Meine Vision – feme fatale-Interview mit Gwynnefer Sylvia Kinne

Das Interview mit Gwynnefer von Kraftvolle Weiblichkeit, in dem sie mich zu meiner Vision, zu Selbstliebe und den Stolpersteinen im Glück fragt. Es geht auch um die immer noch tabuisierte Frage des weiblichen Zyklus, ich habe mir da ganz offen ein Beispiel an Madonna genommen. Es wird Zeit, klar über Tatsachen zu sprechen, was übrigens immer auch ein Thema in Märchen ist. Dort wird nichts verschwiegen, alle Themen des Lebens kommen vor.

Ich wünsche Euch auf jeden Fall märchenhafte Inspiration!

Für den Adventskalender von Kraftvolle Weiblichkeit können drei Gewinnerinen bei mir je eine ganz persönliche Geschichte gewinnen, die ich für Euch schreibe. Wie das aussehen kann, findet Ihr auf Gwynnefer’s Seite: Gwynnefer’s Geschichte 

Die Geschichte entsteht nach einem persönlichen Gespräch mit den Gewinnerinnen und wird immer mit märchenhaften Elementen sein, sie wird den Lesern Eure Essenz übermitteln und den Zugang zu Eurer Persönlichkeit erleichtern.

Wie könnte Ihr gewinnen? Schreibt einen Kommentar zum Interview oder zu Eurem ganz persönlichen Märchen!

Auslosung erfolgt am 24.12.2016. Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Märchenhafte Grüße! Eure Kati

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Spirituell mit Märchen und Mythen – Beitrag zur Blogparade: „Du und Deine Spiritualität“

Hier geht es zur Blogparade der Bergzauberin: http://bergzauberin.de/blogparade-spiritualitaet/

Kinderkram

Märchen werden oft als Kinderkram abgetan, als etwas, das absolut nichts mit dem realen rainbow-646048_960_720Alltag zu tun hat. Und was soll diese Einschlafgeschichten schon mit Spiritualität verbinden?!

Alltagstauglich

Meine Spiritualität findet im Alltag statt, sie muß lebenstauglich sein. Nach jahrelangen Erfahrungen mit Kirchenchristentum ist mir religiöse und spirituelle Heuchelei und Oberflächlichkeit zuwider. Es ist eben nicht damit getan, zu beten, zu hoffen und zu glauben. Es müssen Entscheidungen getroffen, konkrete Handlungen getan und Strukturen akzeptiert werden. In esoterischen Kreisen ist da manchmal kaum ein Unterschied. Wie einfach und schnuckelig wäre es, einfach auf der Regenbogen-Wolke meditativ Erzengelspray um sich sprühend den Sonnengruß zu zelebrieren. Das macht alles ein angenehmes Gefühl und schenkt der Seele Erholung, keine Frage. Und auch ich bin nicht ganz frei davon, warum auch. Liebevoll gestaltete Kartendecks gehören ebenso zu meinem Inventar wie Räucherstäbchen, Aura Soma und Ätherische Öle.

Magie der Erde

Aber die Magie der Erde ist dreckig, blutig und schmerzhaft. Die Schönheit einer Blumenwiese, einer alten Eiche, eines Feldhasen, der aufmerksam am Wegrand sitzt, eines kreisenden Bussards – all das gehört natürlich auch dazu, aber es ist ungefährlich. Die tiefe Weisheit der Mutter Erde habe ich erst begriffen, als ich ihre ureigenste Magie akzeptierten konnte. Etwas, das ich von einer alten keltischen Göttin lernen durfte, Morrigan, der Schicksalsgöttin.

Die Gretchenfrage

Wie also ist meine Antwort auf die Gretchenfrage? Ich glaube, wir Menschen sind hier, um Himmel und Erde zu verbinden. Jede Frau hat bei der Geburt eines Kindes die Gelegenheit, das zu erfahren, diese unfaßbare Nähe von Irdischem und Göttlichem. Wir sind die Schöpfer und wenn wir nicht den Finger danach ausstrecken, wie es Michelangelo so weise in der Sixtinischen Kapelle verewigte, dann wird uns kein Leben eingehaucht.

Die Botschaften der Märchen

Märchen sind uralte Weisheitsgeschichten, uns bewahrt und überliefert durch viele Generationen von Geschichtenerzählern, Barden und Skalden. Wer Mut hat, läßt sie auf sich wirken.

Eine der wichtigsten Botschaften ist zum Beispiel, dass zu einem gelingenden Leben das Bewußtsein von Nehmen und Geben gehört. Das Wissen um das rechte Opfer. Oh, was für ein Wort! Und schon schrecken wir zurück. Opfer? Das ist doch was ganz Archaisches, Heidnisches. Na klar, es kommt ja auch aus der uralten Erfahrung einer Zeit, als der Mensch noch eingebunden war in die natürlichen Rhythmen der Erden. Später wurde das Opfer allein auf Jesus konzentriert und fertig. Jedem einzelnen Menschen wurde das Bewußtsein genommen, dass er selbst zu geben hat, bevor er bekommen kann. Bewußte Opfer haben eine enorme Kraft. Die Erfahrung des willentlichen Verzichtes ist eine der stärksten Antriebsfedern für persönliches Wachstum. Aber wer ist dazu schon noch bereit? Nur wenige Menschen verstehen die Tiefe und Weisheit einer solchen Erfahrung. Im Märchen „Die sieben Raben“ gibt die Schwester ihren kleinen Finger, um ein Tor aufzuschließen. Dies ist nötig, um ihre verzauberten Brüder zu befreien. Da schüttelt es eine doch! Ein sehr krasses Bild für ein Opfer.

Und damit sollte ich im modernen Zeitalter nichts anfangen können?!

Oh, doch. Das ständige Konsumieren, das uns als notwendig eingeredet wird, funktioniert nicht. Natur, Gesellschaft, Gemeinschaft, Werte – alles zerfällt. Irgendetwas ist vollkommen aus den Fugen geraten. Es muß und kann also anders funktionieren, erzählt dieses und viele andere Märchen. Vielleicht ein neues altes Bewußtsein von Nehmen und Geben??

Aschenputtel und die Schönheit

Echte, lebbare Spiritualität, mit der ich etwas anfangen, fand ich auch in „Aschenputtel“. Ein Mädchen auf der Suche nach ihrem Frausein. Die schönen Kleider, die für sie aus dem Baum auf dem Grab ihrer Mutter herausfallen, stehen genau für diesen Aspekt. Wenn die Welt in Ordnung sein soll, müssen wir Frauen uns schön fühlen. Ich sehe das immer wieder, wenn ich in der Boutique, für die ich hin und wider Modenschauen moderiere, die Kundinnen beobachte. Und mich selbst natürlich auch. Wie sagt die Geschäftsführerin so treffend: „Schöne Kleidung ist wie eine Droge. Es macht einfach glücklich.“

Aschenputtel erzählt uns Frauen, wie das geht. Nämlich nicht nur in eine Boutique zu gehen und Geld auszugeben. Sie erzählt davon, dass sich das Mädchen mit der Kraft ihrer Ahninnen verbindet und von dort alles bekommt, was sie braucht. Ja, wir brauchen die schönen Kleider, aber auch das Bewußtsein dafür, dass wir es uns wert sind. Und das kommt nur von dem Wissen um unsere weibliche Urkraft.

Von Göttern und Heldinnen

Aber Mythologien und alte Sagen haben es ebenso in sich, wie Märchen, die ja oft aus alten Mythen abgeleitet sind. Wenn Siegfried trotz Drachenblutbad zu Tode verwundet wird, können wir etwas über Kontrolle und Kontrollverlust lernen oder über falsches Vertrauen. Wenn die keltische Königin Rhiannon nach jahrelanger, schuldloser Demütigung ohne ein Wort der Klage wieder ihren Thron einnimmt, etwas über Tapferkeit. Und wenn Prometheus an den Fels gekettet jeden Tag durch den Adler des Zeus seine Leber verliert, weil er den Menschen das Feuer gebracht hatte, lernen wir etwas über Hoffnung. Und ganz nebenbei über die medizinische Tatsache, dass die Leber sich selbst regenerieren kann.

Für mich haben die Götter schon immer durch Geschichten, Märchen und Mythen gesprochen. Diese universellen Wahrheiten lehrten mich mehr über die Göttlichkeit auf Erden, als alle esoterischen Kurse, spirituellen Seminare und kirchlichen Predigten zusammen. Obwohl ich Jesus, den Geschichtenerzähler, immer noch mag. Er hatte den Trick verstanden, den unsere neue Religion, die Wissenschaft, erst beweisen mußte: Alles, was in irgendeiner Weise emotional verbunden ist, wird dauerhaft im Gehirn gespeichert. Am besten natürlich in Verbindung mit angenehmen Gefühlen. Wir lernen über Geschichten.

Spirituell im Alltag

Echte Spiritualität ist nicht anderes als Lernen, stets den Horizont erweitern und in das Göttliche hineinfühlen und -denken, immer tiefer und weiter hineingehen in das Geheimnis des Glücks auf Erden, den Rhythmus spüren von Erde und Himmel, die schrecklichsten und schönsten Gefühle durchreisen, um wieder in die dunkle Kühle der absoluten Leere zu gleiten. Es gibt viele Märchen, die genau davon erzählen. Durchschreite Berg und Tal, sei tapfer und mutig und lass los zum richtigen Zeitpunkt.

Ich muß oft still vor mich hinlächeln, wenn wieder einmal jemand meint, Märchenerzählen ist nur was für Kinder und nicht ernstzunehmen oder eine Flucht vor der Realität des Alltags.

Tja, wenn der wüßte …

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Was noch übrig ist von der keltischen Kultur. Teil 2 – Bils, der schlaue Dieb.

Für die meisten Menschen ist keltische Kultur in Schottland, Irland, eventuell noch Walesireland-845388_960_720 und Südengland verortet. Dabei sind das nur noch die Reste, wenn nicht sogar eher eine Marketing-Strategie der Tourismus-Branche.

Doch es gibt einen Unterschied zwischen den Inselkelten und der festlandkeltischen Kultur, und das nicht nur sprachlich.

Die Bretagne, aus der meine heutige Geschichte stammt, ist vielleicht die treueste Hüterin der alten festlandkeltischen Kultur. Ich habe gelesen, dass es in Frankreich ein Bewußtsein für diese europäischen Wurzeln gibt. Dort wird seit langer Zeit gezielt archäologisch nach keltischen Funden gesucht, sicher auch aus Identitätsgründen. Es heißt sogar, dass die besondere Eigenart der französischen Sprache vom direkten Einfluß der alten keltischen Sprache kommt.

In der Bretagne finden wir dann auch eine interessante Persönlichkeit, die noch die alte keltische Kunst des Wissenbewahrens kannte. Die Kelten waren nämlich sehr geschickt darin, ihre Werte für die Nachwelt zu erhalten. Die Lehrgeschichten, die Wissen mit emotionaler Wirkung verknüpften, sind in Märchen und Mythen eingeflossen. Ein Vorgehen, das heute als sehr effektiv von der Hirnforschung bestätigt wird. Gelerntes wird am besten gespeichert, wenn es eine emotionale Verknüpfung zum Inhalt gibt. (Jesus von Nazareth hatte mit dieser Strategie sehr großen Erfolg.)

Anne de Bretagne war die letzte Herzogin der freien Bretagne. Sie mußte zwei französische Könige heiraten und ihr Land wurde vom großen Reich geschluckt. Ihre Politik ist umstritten, doch ihr heute noch erhaltenes Stundenbuch ist faszinierend. Als Ausmalung um die christlichen Gebete herum finden sind Bilder von Tierkreiszeichen, aber auch Pflanzen und Insekten. Die Pflanzen haben Heilkraft und es sind jeweils der Nützling und der Schädling dazu gemalt. Jedes Bild hat eine tieferen, durchaus nicht biblische Bedeutung und paßt nur wenig zum Text.

Die Herzogin übermittelt auf geschickte, versteckte Art das uralte druidische Heilwissen. Sie ließ all das ganz bewußt in das Stundenbuch malen und hat damit dieses Wissen bewahrt.

Genau auf diese Art und Weise wurde gerade auf französischem Boden, dem alten, von den Römern früh eroberten Gallien, die keltische Kultur erhalten. Sie assimilierte sich, paßte sich an, ohne unterzugehen. Versteckt in Geschichten und Bildern und Mythologien erhielten sich Werte, die uns heute nur zugänglich sind, wenn wir uns auf dieses völlig andere Denken einlassen.

Für die alten Kelten war der Tod zum Beispiel keine Katastrophe, sondern nur der sunbeam-540589_960_720Übergang in die Anderwelt. Er hatte nichts beängstigendes, deswegen können die von den Römern so bedrohlich beschriebenen Menschenopfer gar nicht das grausame Ritual gewesen sein, als das sie auch heute noch gern gesehen werden. Der Tod war nicht schrecklich, warum hätten die Kelten dann Freude daran haben sollen, an ihren Gefangenen den Tod so barbarisch zu zelebrieren?

Ein andere Bewertung fand auch bei menschlichen Bindungen statt, das Zusammenleben von Mann und Frau hatte eine vollkommen anderen Bedeutung als bei den Römern. Das römische Denken war der Grundstein für die spätere christliche Kirche. Bei den naturverbundenen Kelten waren viele Lebensentwürfe möglich. Die rätselhafte Weisung der Götter war bindend, nicht das von Priestern verordnete Regelwerk.

Und so kann es auch eine Geschichte geben, in der ein Dieb die positive Hauptrolle spielt. Interessanterweise hat dieses Thema mit dem „Meisterdieb“ bei den Grimm’s Eingang gefunden. Bis heute sind die schlauen, smarten Gauner faszinierende Figuren. Sie stellen die Ordnung in Frage, in dem sie die Herrschenden, die Reichen, die Mächtigen zum Wanken bringen. Und das muß auch sein. Jede gesunde Ordnung muß es aushalten können, in Frage gestellt zu werden.

Es ist schlau, über Grenzen zu gehen und mit Regeln eher spielerisch umzugehen, wenn es darum geht, seine Werte zu erhalten und sein Leben zu schützen. Das können wir von den alten Kelten lernen. Das ist die ganz natürliche, lebenserhaltende Kreativität, die jedem Menschen innewohnt. Wenn ein System zerstörerisch ist, muß es andere Wege geben, das Leben zu erhalten.

Wasser umfließt den Felsen. Da die Kelten sehr gute Naturbeobachter waren, wußten sie das.

Und das ist etwas, das heute noch übrig ist von ihrer Kultur. Vielleicht ist es verunsichernd, da wir ja so gern etwas zum Festhalten wollen. Natürlich sind Regeln wichtig, Verläßlichkeit, Vertrauen, Sicherheit, all das ist notwendig. Aber Bils, der schlaue Dieb, möchte uns Mut machen, alles mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Von einer gestohlenen Pastete wird der Schloßherr nicht arm. Und auch nicht von einem gestohlenen Pferd. Aber das stiehlt Bils nur, weil der Schloßherr es ihm geradezu auf die Nase bindet. Er hätte lieber über die gestohlene Pastete lachen sollen. So verlor er nicht nur sein Pferd.

Die alten Kelten waren gut darin, im Hier und Jetzt zu sein und die Entscheidungen zu treffen, die im Moment notwendig waren, unabhängig von Regeln und Gesetzen. Natürlich hatte das auch zur Folge, dass die Truppen des Vercingetorix gegen Cäsar verloren, denn hätten sich ein paar mehr Stämme dort auf dem Schlachtfeld zusammengefunden, hätten sie gewonnen. Jeder Stamm entschied für sich, was richtig und was falsch war. Sie taten das, was sie für lebenserhaltend hielten. Und lebten mit den Konsequenzen.

Vercingetorix starb in Rom für seine Entscheidung. Andere Stämme gingen in der römischen Kultur auf. Das war ihre Entscheidung.

Und die Druiden, die nicht Priester, sondern Rechtsgelehrte waren, fanden Wege und Mittel, ihr kostbares Wissen auf schlaue, geschickte Art zu erhalten.

Wer mehr darüber wissen möchte, dem seien die Bücher von Jean Markale („Die Druiden“ und „Die keltische Frau“, viele andere Bücher sind leider nicht ins Deutsche übersetzt worden.) ans Herz gelegt, ebenso wie „Der Garten der Druiden“ von Claudia Urbanovsky.

Die Legende von Robin Hood, der ein schlauer Dieb war, geht übrigens auch auf alte keltische Vorstellungen zurück. Die wilden Männer, die im Wald lebten, abgeschieden von den Siedlungen der Stämme, waren vermutlich die Grundlage.

Aber das ist eine andere Geschichte.

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Wach auf! – Schneewittchen

Das klassische Schlafmärchen ist ja gemeinhin „Dornröschen“. Bei „Schneewittchen“ snow-white-913740_960_720denken die meisten zuerst an den Apfel, die Sieben Zwerge und vielleicht noch an die Farben Weiß-Rot-Schwarz.

Dabei gibt es eine kleine, aber sehr entscheidende Szene, die wesentlich interessanter ist. Sie ist sogar die große Wendung, die Erlösung, das wirklich wichtige Wunder.

„Wach auf!“?

Imperative liegen mir nicht. Ich habe erst durch meine Kinder gelernt, Befehle zu erteilen, weil sie es geradezu einfordern, klare Ansagen zu bekommen. Ich mache es immer noch nicht gern und ich glaube, das geht vielen Frauen so. Durchsetzungskraft ist nun mal eine typisch männliche Eigenschaft und muß von uns Frauen erst integriert werden.

Dass das absolut notwendig ist, lehrt uns das Leben jeden Tag. Ämter, Chefs, Auftraggeber, Ehemänner. Manchmal muß ich lächeln, wenn ich wieder mal einen Blog oder ein Post von einem Lebensberater oder Beziehungsexperten lese, die Frauen mögen bitte endlich wieder weiblich und hingebungsvoll und weich sein. Klar, gerne, wenn es nicht ständig diese Situationen gäbe, in denen eine von irgendjemandem niedergetrampelt werden soll.

Aber seien wir ehrlich: Diese Jemands sind sowohl Männer als auch Frauen.

Folgen wir dem Gesetz der Anziehung, kommen diese Situationen ins Leben, um genau die Eigenschaft des Durchsetzungsvermögens zu lernen, nicht vor ihnen zu kapitulieren.

Imperative

Und jetzt erweitere ich mal das Ganze etwas. Natürlich kannst Du resignieren, Dich niedertrampeln lassen, in Deiner Opferrolle bleiben. Es ist egal, ob Du ein Mann oder ein Frau bist. Es ist Deine Entscheidung.

Es wird ja auch viel getan (von allen möglichen Leuten und Institutionen und Werbetreibenden), dass wir uns so fühlen sollen. Ein getriebener Mensch, gehetzt von der Angst um oder vor was auch immer, ein „Ich kann ja doch nichts machen“-Mensch, ist die leichteste Beute für jegliche Manipulation. Oder: „Ich muß das tun. Ich muß das haben. Ich muß das sein. Ich muß dort sein.“

Mit dieser Art Imperativen sperren wir uns selber ein.

Natürlich gibt es eine Art inneren Imperativ, eine Richtschnur, eine Vision. Für mich ist es das größte Glück auf Erden, dieser Vision folgen zu können. Sie zu finden, ist gar nicht so schwierig. Sie zu befreien von allen Blockaden, ist die größere Herausforderung.

Schneewittchen läßt sich treiben.

Sie kommt ins Haus der Zwerge und nimmt ungefragt, was sie vorfindet. Das hat mich schon immer gestört an ihr. Kann sie nicht warten, bis die Hausherren zurückkommen? Eben typisch Prinzessin. Und dann biegt sie das einfach wieder gerade mit ihrem süßen Lächeln und einen herzallerliebsten Augenaufschlag. Die Zwerge, die sich vorher noch zurecht beschwert haben, schmelzen wie Butter in der Sonne. Na toll.

Mangelnde Selbstbeherrschung zeichnet Schneewittchen auch weiterhin aus.

Immer nur fließen und weich sein und nehmen ist eben auch Mist. Ich kann Prinzesschen Schneewittchen schon verstehen. Auch als (Stief)Tochter bekam sie vieles, wenn auch nicht Liebe und Aufmerksamkeit. Als süßes Püppchen in der Ecke zu sitzen und den Mund zu halten, war meine Aufgabe in der Kindheit. Von Befehlsgewalt oder besser gesagt: Selbstwirksamkeit war da weit und breit nichts zu sehen. Und ich reagiere immer noch recht ungehalten darauf, wenn mich irgendjemand süß findet. Es macht mich wütend, weil es mir einfach nicht gerecht wird.

Wenn eine gute Freundin oder guter Freund es ehrlich meint, kann und darf natürlich alles gesagt werden, es geht nicht um ein Wort, sondern um Oberflächlichkeit.

Illusionen und Herausforderungen

Doch wie ich sehe, wenn ich so mein Buch des Lebens betrachte, finden sich jede Menge Klippen auf meinem Wege, die mich aus meiner eigenen Illusion vom „süßen Püppchen“ herausgeholt haben. Schaut doch mal in Euer Buch des Lebens, ich wette, da sind all die Herausforderungen genau dafür da, aus den eigenen, von den Eltern oder Großeltern, Lehrern oder sonstigen Bezugspersonen geschaffenen Illusionen auszusteigen.

Aufmerksamkeit

Schneewittchen also meint, sie braucht den Gürtel, den Kamm und den Apfel. Obwohl die Zwerge, die für das geerdete Alltagsbewußtsein stehen, für die Notwendigkeit zu überleben, für die rein materielle, lebenserhaltende Versorgung – die natürlich dann auch die Schätze der Erde hervorbringt! – obwohl also die Zwerge sie eindringlich warnen, kann Schneewittchen eben nicht widerstehen.

Da ich dieses Märchen als Seelengeschichte betrachte, kann es also nur um tiefere Botschaften gehen. Es ist extrem wichtig, aufmerksam zu sein, doch Schneewittchen folgt lieber trällernd irgendwelchen unnötigen Anwandlungen.

Natürlich haben wir alle die Erfahrung der falschen Entscheidungen gemacht.

Und gerade deshalb ist dieses Märchen so interessant. Es erzählt uns was geschieht, wenn wir nicht aufmerksam sind, nicht den lebenserhaltenden Notwendigkeiten folgen.

Ich kann das auch nicht immer. Als kreativer Mensch muß ich oft meinem inneren Gedanken- und Gefühlsstrom folgen. Das ist eine Art Disziplin meinem Herzen gegenüber. Aber wenn es darauf ankommt, kann dieses Märchen eine Richtschnur sein, eine Art Wecker, der daran erinnert, dass es Situationen gibt, in denen wir wach und völlig präsent sein müssen.

Erlösung aus Versehen

Und genau das geschieht, wenn auch nur aus Versehen. Schneewittchen erwacht aus dem lähmenden Todesschlaf. Die entscheidende Wende, das Wunder, von dem ich eingangs schrieb. Sie hat eben mal wieder Glück gehabt. Weil einer über die Baumwurzel stolpert, springt ihr das vergiftete Apfelstück aus dem Hals (in der von den Grimm’s bearbeiteten Version, in der Ur-Version wird ein geheimnisvolles Heilritual vollzogen) und sie ist wieder lebendig, nicht mal runzlig, verwest und oll. Nein, es gibt snow-white-933491_960_720auch gleich einen Prinzen dazu: ihre Zukunft.

Alles nur, weil sie rumlag und schön war. Meine Güte! Manchmal frage ich mich wirklich, was dieses Prinzesschen eigentlich gelernt hat.

Natürlich gibt es da noch den äußerst interessanten Aspekt des Spiegels, der für die Königin genau das Werkzeug ist, ihren eigenen Oberflächlichkeiten zu folgen. Schneewittchen kann ja gar nicht anders, sie lernt es nicht besser.

Doch das ist eine andere Geschichte.

Also, worum geht es wieder? Vertrauen?

Nicht nur. Ich glaube, hier können wir ruhig mal davon augehen, dass es auch eine Aufforderung ist, sich nicht imme nur einlullen zu lassen von vermeintlich wichtigen Scheinbildern, sondern genau hinzuhören und hinzusehen. Die Erlösung kommt dann schon.

Viel Spaß dabei wünscht die Märchenfee.

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Was noch übrig ist von der keltischen Kultur. Teil 1 – Der Schuhmacher

Die alte keltische Kultur kehrt zurück und es gibt einen Grund dafür.Anderwelt_6

Seit ungefähr der Jahrhundertwende gibt es immer wieder spektakuläre archäologische Funde, die die Lehrmeinung über diese alte Kultur unserer Vorfahren schwer erschüttern. Es zeigt sich, dass die Menschen jener langen Epoche keineswegs die hirnlosen Barbaren und bemalten Schlächter waren, die die römischen Historiker so gern in ihnen sahen.

Unser geschichtliches Bild jener Völker ist wesentlich von Cäsars „De Bello Gallico“ geprägt, einer Propaganda-Schrift zur Rechtfertigung seiner eigenen Barbarei an den keltischen Stämmen, wie man heute stark vermuten darf.

Die vorrömische europäische Kultur basierte auf einem stabilen Handelsnetz, handwerklicher Kunstfertigkeit und unternehmerischem Geschick. Vor allem aber auf einem alle Stämme bestimmenden weltanschaulichen Rückrat: die wesenhafte Verbundenheit mit der Natur und die tiefgreifende Erforschung und Befolgung geistiger Gesetze. Rechtsprechung im Sinne der göttlichen Ordnung hatte einen sehr große Bedeutung, Wissen und Gelehrsamkeit einen hohen Stellenwert.

All das wurde nahezu vernichtet, nicht nur mit gewaltsamen Mitteln. Auch psychologische Mittel wurden eingesetzt, um die alte Kultur zu verdrängen. Angst vor dämonischen Mächten, Verniedlichung, Verachtung, das Gefühl des Verlustes auf ewig. Das Römische Reich begann, was später ihr Nachfolger, die christliche Kirche, fortsetzte.

Man sagt, dass innerhalb von drei Generationen wahre Begebenheiten ins Mythologische rutschen. Sie werden zunehmend ausgeschmückt und mystifiziert, bis sie vollends ins Sagenhafte verschwinden.

Was die alten Kelten auszeichnet, zeigt sich in den noch heute zugänglichen Geschichten. Auch wenn ihre sie verfremdet und entstellt sind, zeigt es sich noch. Sie waren sehr schlau. Ihr Humor war hintergründig. Und sie wußten die Antwort auf viele Fragen, doch sie versteckten sie gut und nur wer sich auf den Weg macht, seine eigene Unwissenheit zu besiegen, kann Hilfe von ihnen erwarten. Eine alte druidische Weisheit.

Es war Absicht, dass wir diese alten Werte vergessen sollten. Es gab ganz konkrete Machtinteressen, denn eine von den natürlichen Prozessen getrennte und dadurch von der Obrigkeit abhängige Mehrheit ist besser zu beherrschen. Wenn ich nicht weiß, dass ich mir Nahrung auch allein in der Natur beschaffen kann, sondern denke, ich muß verhungern, wenn ich nichts im Laden kaufen kann, dann tue ich alles, was der Ladenbesitzer von mir verlangt.

Doch dahinter stehen viel höhere Absichten. Die Menschheit insgesamt ist tief verbunden mit den Zyklen und Rhythmen der Erde. Wir sind irdische Wesen. Und wie schon die alten indischen Weisen beschrieben haben, gibt es verschiedene Zeitalter, in denen sich sowohl das große Ganze als auch Gruppen und einzelne Menschen weiterentwickeln, Erfahrungen sammeln, wachsen, erkennen können

Die alten Inder nannten es Kali Yuga, das dunkle Zeitalter. Die Dauer der Zeitalter ist umstritten. Doch ist unbestreitbar, dass wir heute in einer entsetzlichen Fremdheit zu allen natürlichen Prozessen stehen. In allen Bereichen des Lebens ist es ein anstrengender Akt, den ganz natürlichen Rhythmen zu folgen. Eine Geburt muß schmerzfrei sein. Das Wochenbett ist verpönt. Die Mutterschaft erfährt keine Achtung mehr. Freie Kindheit bekommt keinen Raum. Männer dürfen keine Krieger sein. Versehrte und alte Menschen werden ausgegrenzt. Arbeiten immer im gleichen Takt bis zum Umfallen. Ich könnte noch eine Menge aufzählen, aber ich lasse es dabei.

Denn mir ist die Lösung viel wichtiger.

In der irischen Geschichte: „Der Schumacher“, aufgezeichnet von Thomas Crofton Crocker, übersetzt von den Brüdern Grimm („Irische Elfenmärchen“ erschien 1826) werden einige Elemente deutlich, die sowohl auf uraltes keltisches Wissen als auch auf die Lösung respektive Heilung unseres Dilemmas hinweisen. Sie zeigt auch sehr gut, was aus alten Werten geworden ist. Nicht mehr Respekt vor den hilfreichen Kräften der Natur, sondern Habgier bestimmt das Handeln der Hauptperson.

Der elfenhafte Schumacher im Garten der jungen Frau wird bedroht und erpresst. Doch das kann keinen Erfolg haben und am Ende bleibt, was in so vielen keltischen Geschichten heute noch mitschwingt: Trauer um den Verlust.

Aber die Lösung in der Geschichte findet sich mal wieder im Detail. Die Geschichte ist, in feinster keltischer Poesie und Erzählkunst, ordentlich verschachtelt und verpackt, wie ein liebevolles Geschenk. Hinter der Geschichte befindet sich die Geschichte, übrigens auch eine sehr wertvolle Erkenntnis aus der modernen und vor allem systemischen Psychotherapie.

Die Erzählerin breitet die schöne Stimmung in ihrem Garten aus, bevor sie zur eigentlichen Hauptsache kommt. Warum tut sie das? Sie könnte doch gleich erzählen: „Ja, da hörte ich so ein Hämmern und dann saß da so ein merkwürdiges Männchen mitten im Garten usw.“ Die detaillierte Beschreibung führt die Seele in den Garten hinein, die angenehmen Bilder wirken entspannend, freundlich, sie öffnen die Seele. Und genau so wird es heute in entsprechenden Therapien gemacht, z.B. Hypnotherapie. Der Weg in die Seelenwelten wird verschachtelt, damit der Verstand draußen bleiben kann, und dann wird für Vertrauen gesorgt. Nur so ist die Seele bereit, das wirklich Wichtige aufzunehmen oder anzusehen.

Darüber hinaus trägt die Erzählerin einen blauen Mantel. Das deutet auf die Göttin hin. Isis und Maria tragen zum Beispiel einen solchen Mantel. Es ist also eine göttliche Botschaft, die mit Sicherheit über die Jahrhunderte verfremdet wurde, aus Angst vor Verfolgung, aus Anpassungsdruck, aus Leichtfertigkeit. Doch sind noch andere Beispiele bekannt, wie geschickt keltische Völker ihr Wissen zu bewahren wußten, trotz aller Überfremdung. Dazu aber später mehr.

Warum kehren die Kelten zurück?

Weil wir dringend ein neues Verständnis und Verhältnis zur Natur und Mutter Erde brauchen. Die allgegenwärtige Zerstörung unserer natürlich Umwelt, materiell und geistig, macht uns krank. Es wird nie wieder so sein wie damals, aber wir können uns darauf beziehen und davon lernen, was die Kelten aus tiefstem Herzen lebten.

Eine der besten Dokumentationen über die Wahrheit der keltischen Kultur (und einiger anderer zeitgenössischen Kulturen) und ihr Verhältnis zum Römischen Reich ist „Wie die Barbaren wirklich waren“. Bemerkenswerterweise ist sie auf YouTube gelöscht, auf DVD nur in Englisch zu erhalten und im Internet schwer zu finden. Ich habe sie trotzdem gefunden. Eine wirklich lohnenswerte zeitliche Investition:

Terry Jones: Wie die Barbaren wirklich waren.

http://www.veoh.com/watch/v16671910bn6y3daw

Und hier geht es zur Geschichte „Der Schuhmacher“, die einfach abbricht, wie das alte Wissen. Aber heute haben wir wieder die Chance, daran anzuknüpfen, denn die Tore zur Anderwelt sind wieder geöffnet.

 

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Du kannst es niemandem recht machen – Rapunzel

Abgehetzt für Andere?

bush-640619_960_720Bei den meisten Menschen gibt oder gab es irgendwann diese Situation: Du rennst und machst, Du sorgst Dich, Du steckst Deine eigenen Bedürfnisse weg, Du lebst quasi nur noch für eine oder einen anderen.

Als Mutter ist das eine ziemlich normale Situation, proportional mit zunehmendem Alter der Kinder weniger, aber ganz los wirst Du es nicht.

Emotionale Abhängigkeit

In kaputten Partnerschaften ist das auch oft eine normale Situation. Leider. Dabei spielt es nicht die Rolle, ob sich ein Mann oder eine Frau so verhält. Das ist geschlechterübergreifend. Sich zu verleugnen, um irgendetwas zu retten. Oder zu erreichen. Du rutschst immer mehr in die emotionale Abhängigkeit, weil der gewünschte Effekt ausbleibt.

Dabei trennt sich Dein natürliches Bedürfnis nach innerer Vollkommenheit und Ganzheit ab. Ein Irrglaube, der vermeintlichen Harmonie hinterherzurennen, die doch nur in Dir selbst zu finden ist. Um so weniger bekommst Du nämlich zurück, das ist das Verrückte. Der oder die Andere, ob bewußt oder unbewußt, nährt sich von Deinem Geben.

Rapunzel

book-1291164_960_720Das Märchen „Rapunzel“ ist ein sehr tiefgründiges Märchen und wird tiefenpsychologisch als Mutter-Tochter-Ablösungsthema gedeutet. Es gibt auch Deutungen, die die Situation der Schwangerschaft, die heftigen Gelüste und die Lösung auf Pflanzenebene, nämlich Eisen (in Rapunzeln/Feldsalat leicht verdaulich), in den Vordergrund rücken. Ein Lehrmärchen für Kräuterkundige, Hebammen und jede schwangere Frau.

Darüber ließe sich eine Menge schreiben. Aber dieses Mal bin ich an einem anderen Detail hängen geblieben.

Unzufriedene Frauen

Der zukünftige Vater geht in den Garten, weil seine Frau diesen Heißhunger auf Rapunzeln hat. Ich glaube, viele Männer kennen das: Sie würden alles tun, aber vergeblich, die Frau ist einfach nicht zufrieden. Unzufriedene Frauen sind keine Auswirkung der Emanzipation. Es ist eine alte Geschichte, man denke nur an „Der Fischer und seine Frau“.

Natürlich gibt es auch jede Menge Frauen in ähnlichen Situationen. Deshalb erlaube ich mir an dieser Stelle zu verallgemeinern. Mir ist bewußt, dass ich an dem tiefen Bedürfnis des Mannes, seiner Frau hilfreich zu sein, und den Frauen, die das ausnutzen, etwas vorbeiargumentiere. Ich bitte um Vergebung.

Die Botschaft

Was erzählt also das Märchen darüber, übertragen auf den inneren Seelengarten?
Ich gehe wieder davon aus, dass jede Figur einen Seelenanteil und jede Handlung einen inneren Prozeß darstellt.

Heftige Wünsche haben ihre Berechtigung, aber niemand ist dafür verantwortlich, nur Du selbst. Sie zu beherrschen ist ein wesentlicher Bestandteil auf dem Weg zu ihrer Erfüllung. Zunächst ist der Turm ein Schutz, um die Wünsche heranwachsen zu lassen. Haare stehen für die Verbindung zum Göttlichen. Innere Einkehr, Rückzug, Stille sind gute Wege, diese Verbindung wachsen zu lassen. Doch an diesen Haaren steigt Frau Gotel, die ich hier mal stellvertretend für das Ego nehme, herauf. Die Verbindung ist besetzt vom Erhaltungstrieb. Ist auch ok, es muß ja alles erstmal wachsen.

Die Geschichte einer Heilung

Aber: Wenn Du Deine Wünsche wegsperrst, kannst Du es niemandem Recht machen. Wenn Du Dich selbst verleugnest, keine Grenzen setzt (die männliche Seite als Vatefantasy-782001_960_720r hat auf- und sein Kind hergegeben), nicht lernst in Liebe über deine wahren Gefühle zu sprechen (die weibliche Seite ist ja in den Turm gesperrt), mußt Du Deine männliche Seite irgendwie wieder anlocken, damit sie ihren Platz einnehmen kann. Gesang, lange Haare, Liebesversprechen.

Dann kommt die Prüfung, die Alte als das Ego. Sie erwischt die Liebenden und muß das Ganze umgehend unterbinden. Es ist ein Machtkampf.

Der männliche Anteil wird ausgesperrt

Was haben wir nicht alles für Gründe, warum wir weiterhin unsere Muster bedienen?! Verlustängste stehen an allererster Stelle. Und Frau Gotel läßt Rapunzel ja auch nicht wirklich los, sie verbannt sie an einen unwirtlichen Ort, den nur sie kennt. Der Mann, der männliche Anteil, wird blind, denn die Wut des Egos kann es nicht zulassen, dass der Prinz seinen Platz einnimmt. Der Animus soll ausgesperrt werden.

Aber das Ego spielt ohne die verborgene und unzerstörbare Kraft des Lebens. Nichts ist wichtiger, als diesem Fluß aller Dinge zu vertrauen. Wir sind Teil davon, getrennt zu sein ist eine Illusion. Das Leben spielt sich nicht da draußen ab, da bei den Leuten, denen es vermeintlich besser geht. Weil wir glauben, wir müssen ja an unserem Platz bleiben, unsere Pflicht erfüllen, wir haben so schlechte Lebensumstände, so ein furchtbares Schicksal, so schmerzliche Erfahrungen, können etwas nicht, uns fehle das Wissen, das Talent usw. usf.

Die Liebe wird siegen

Es gibt Zeiten, da ist es wichtig, im Turm zu bleiben. Und es gibt Zeiten hinauszugehen und die eigene Wahrheit zu leben.

rose-572757_960_720Der Prinz und Rapunzel finden sich in der Einöde. Nichts kann sie mehr trennen. Aber das Bemerkenswerte ist, dass sie auch in der Entfernung nicht getrennt waren, sie sind beide nur gereift. Rapunzel bekommt Kinder, der beste Beweis, dass die Liebe siegen wird. Und als er sie nach langem Suchen wiederfindet durch ihren Gesang wie am Anfang ihrer Geschichte, macht sie ihn mit ihren Tränen, dem Wasser des Lebens, sehend.

Ein Märchen mit vielen Botschaften.

Welche Botschaft Du empfangen möchtest, wählst Du selbst.

Ein Leben, in dem Du es nur allen Recht machen willst, sperrt Dich ein. Der Weg nach draußen ist voller Gefahren, Abenteuer und er wird Dich komplett verändern. Aber am Ende wird es so, wie es sein soll, wofür Du wirklich hier bist. Das Beste, was Dir je passieren kann.

Herzliche Grüße aus der Anderwelt.

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Beltaine – Die Geschichte vom Feenritter Tam Lin

Es ist Beltaine, eines der kraftvollsten und magischsten Feste überhaupt.Brücke

Erzählt wird, dass dies ein keltisches Fest sei. Da es tief verbunden mit dem natürlichen Zyklus ist, können wir davon ausgehen, dass es aus viel älteren Kulturen stammt.

Walpurgisnacht.

Es geht nicht um Hexen, sie sind nur das verzerrte Abbild der weisen, wissenden Frauen und Männer, die zwischen den Welten wandern konnten, um mit den Göttern Zwiesprache zu halten und den Menschen mit ihren Botschaften hilfreich zur Seite zu stehen.

Es geht um Fruchtbarkeit und die Feier der uralten Erdmagie. Wilde Leidenschaft, Ekstase, Rausch. In den alten naturverbundenen Kulturen war zu diesem Zeitpunkt der Raum für das urmenschliche Bedürfnis, sich in wilder Entgrenzung mit dem Göttlichen zu verbinden. Dieser Raum war klar definiert durch das Ritual, angeleitet und begleitet von den Weisen, Priesterinnen, Schamanen, wer auch immer für die Verbindung zu den Göttern verantwortlich war.

Der Tanz mit dem Gehörnten ist eine Ehre.

Der Ghirsch-643340_960_720ehörnte ist nicht der betrogene, verlachte Ehemann, zu dem der Gott der Wälder und der Fruchtbarkeit gemacht wurde. Er ist auch nicht der Teufel der christlichen Kirche. Die Götter und Göttinnen haben sich zu allen Zeiten den Menschen zugewandt und waren bereit, sich mit ihnen zu verbinden. Wenn sich die Tore zur Anderwelt öffnen, erscheint der keltische Hern oder Cernunnos zur wilden Jagd.

In keltischen Sagen und Märchen ist das ganz leicht. Es ist nur ein Ritt in den Nebel oder der Schlaf unter einer Weißdornhecke. In vielen Geschichten ist es das, was in der Beltainenacht so ekstatisch gefeiert wurde.

Niemand mußte Angst vor diesem Tanz ins Unendliche haben, denn die Wissenden sorgten für alles, gaben Schutz und Halt. Die Trommel, das Zauberwort, die Räucherung, der Rauschtrank führten in die Anderwelt. Aber auch wieder zurück. Der Morgen brach mit Sicherheit an, die Kräuter verloren ihre Wirkung, das Zauberwort verklang und die Trommel hörte auf, geschlagen zu werden.

Vergessen

Jahrhunderte und ein großes Arsenal an Vernichtungsstrategien brauchten die Machthaber einer Kultur, die auf Entrechtung, Entmündigung, Demütigung, Ausbeutung und geistiger Kontrolle aufgebaut war, damit wir all das vergessen. Doch das Leben läßt sich nicht unterdrücken. Die Welle kehrt zurück, größer, reinigender und liebevoller als je zuvor. Es ist nicht verloren, Erinnerungen lassen sich wiederbeleben.

Das Wilde, Unkontrollierte macht vielen Menschen Angst.
Es ist die berechtigte Angst davor, sich auf der Brücke zwischen dem Hier und Dort zu verlieren und den Weg nicht mehr zurückzufinden. Sie hält uns heute davon ab, diesen Tanz zu tanzen. Mühsam erobern wir uns die Freiheit, die Rituale und den Mut dazu zurück. Wir müssen unseren eigenen Zugang finden, dafür gibt es keine allgemein gültige, und schon gar keine religiöse Wahrheit.

Alte Seelen kennen den Weg.

Wir sind nicht allein mit dieser Sehnsucht nach Verbundenheit. Immer mehr Alte Seelen lösen sich aus ihrer Erstarrung, aus den Selbstzweifeln und folgen ihrem Herzen. Wir dürfen wieder alles neu entdecken, uns auf unser Wissen und unsere Intuition verlassen. Die Zeit ist reif, jedes Jahr mehr. Denn die Menschen fragen wieder, suchen wieder. Die geistige Leere, die Verfolgung, Folter, Unterdrückung, Vernichtung hinterlassen hat, diese tiefsitzende Angst vor allem Naturverbundenen, ist keine Option mehr. Die Leere gibt keine Anworten.

Dies ist die Nacht der Liebenden

und der Freude am menschlichen Körper. Ganz fleischlich, ganz lustvoll und handfest.

Die Götter, die Naturwesen, Mutter Erde selbst, sie alle warten auf uns, denn dieser Tanz kann nur mit den Menschen gemeinsam getanzt werden. Alte Seelen wissen den Weg, sie brauchen keine Meister mehr.

Die Geschichte vom Feenritter

„Der Feenritter Tamlin“ ist eine der vielen Geschichten, die erzählt, wie Menschen zurückkehren können ins Hier und Jetzt. Und da Beltaine ist, ist es natürlich eine Geschichte vom Genuß der Liebe. Die Rosen stehen symbolisch für den Akt der Liebe. Und genau so erzähle ich diese Geschichte auch, die zu meinem festen Repertoire gehört. In der Audio lese ich allerdings eine von vielen Versionen vor. Meine erzählte Geschichte ist etwas anders.

Mein Gebet gilt heute allen Liebenden.

Ich wünsche Euch ein traumhafte, berauschende Ballnacht in den heiligen Hallen der alten Eichenhaine.

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Wenn die Spindel sticht – Dornröschen

Gehört Ihr auch zu den Menschen, die erstmal Watte im Kopf haben, wenn eine kleinere oder größere Katastrophe passiert?

Also, ich definitiv.forest-669105_960_720

Je nach Ausmaß kann das schon mal ein paar Tage dauern.
Was ist passiert? Ganz einfach: ein Schock. Es muß nicht immer das totale Blackout sein, an das wir gleich bei diesem Wort denken und das sofortige medizinische Hilfe benötigt.

Die Symptome sind klar definiert. Schweißausbrüche (wenn es ganz heftig ist), trockener Mund, Zittern, Übelkeit, aber vor allem Bewußtseinstrübung. Die Intensität ist unterschiedlich. Die Denkfunktion wird eingeschränkt, weil erstmal alles runterfährt. Der Grund ist ein Auslöser, der ein ganzes Spinnennetz von alten Erfahrungen, Ängsten, Reflexen und Instinkten in Schwingung versetzt, wie die Fliege, die ins Netz gegangen ist.

Schock ist eine Schutzfunktion vor Überlastung.

Als wollte uns das Leben sagen: „Mach jetzt ja nichts Dummes!“, schaltet es uns auf Reserve. Ein Schock kann lange andauern und hat verschiedene Phasen. Wird er nicht gut verarbeitet, bleibt er, ähnlich wie eine Verkrampfung, irgendwo in uns kleben und braucht das sanfte, geduldige, aber aktive Warten auf das Aufwachen.

Es gibt wunderbare Hilfen dafür, ich persönlich habe sehr heilsame Erfahrungen mit Trance, Meditation und Hypnosetherapie gemacht. Das Märchen „Dornröschen“ erinnert mich an solche meditativen inneren Heilreisen, wie ich sie bei diesen Gelegenheiten erlebt habe.haunted-castle-859390_960_720

Sollten die Alten etwa von dieser Heilmethode schon gewußt haben?

Ich glaube daran, das wir nichts davon neu erfinden, sondern uns nur erinnern. Geschichten führen in einen tranceartigen Zustand. Das erlebe ich immer wieder, wenn ich Geschichten und Märchen erzähle. Oft dauert es eine Weile, bis die Zuhörer verstehen, dass eine Geschichte zu Ende ist.

Große alte Weisheitslehrer, gute Geschichtenerzähler und sehr gute, aber leider seltene Schullehrer nutzen diesen Effekt, um die Zuhörer in einen Zustand der Erkenntnis zu führen. Lernen ist Heilung und Heilung ist Lernen. Der viel gerühmte Aha!-Effekt öffnet eine Tür.

Details

Das Faszinierende im „Dornröschen“ sind die vielen Details. Mit Akribie wird aufgezählt, wer da alles einschläft. Nach dem Schock, der Spindel, kommt erstmal der komplette Rückzug. Es ist sehr spannend, dass das Dornröschen-Schloß und seine Bewohner vollkommen außerhalb der Zeit sind. Dort gibt es keine Veränderung, während um sie herum hundert Jahre lang die Welt tobt.

Auch die Hundert zeigt an, dass es sich um eine Reise ins Innere handelt. Gerade das Unmögliche in Geschichten signalisiert der Seele: Jetzt sind wir auf der sicheren Bilderebene, hier kann ich mir alles anschauen.

Und dann endet das Märchen eben nicht mit dem erweckenden Kuß, sondern mit der Aufzählung aller Wesen, die da eingeschlafen waren und jetzt wieder aufwachen. Eine wunderschöne Führung wieder hinaus aus dem Seelenland. Es ist die Treppe hinauf an das Tagesbewußtsein.

Die verfluchte Spindel

Die Spindel, ein Fluch, der uns getroffen hat, ist eine völlig normale, menschliche Erfahrung. Vielleicht funktioniert plötzlich der Drucker nicht mehr, der Nachbar über Dir hat seine Badewanne überlaufen lassen, ein Amt zahlt Dir plötzlich weniger Geld, ein wichtiger Vertrag, auf den Du Dich verlassen hast, kommt nicht zustande. Aber auch die heftigeren Sachen: Vielleicht hat Dich ein geliebter Mensch verlassen, Du hast viel Geld verloren oder erfährst plötzlich, dass Du schwer krank bist.

Die Schwere der „Spindel“ ist unterschiedlich und jeder Stich braucht seine eigene Zeit. Deshalb sind es ja auch hundert Jahre Schlaf. Hundert ist universell, lang genug für die Heilung des Schocks, wie lange auch immer das dauern möchte.

Ein Märchen als Ratgeber

Vielleicht hast Du Lust, Dir „Dornröschen“ als guten Rat dafür anzuschauen, wie Du mit so einem Schock am besten umgehst. Laß Dir die Zeit, die Deine Seele braucht, bis Dein männlicher Anteil durch die Hecke kommen kann, um sich mit dem verletzten weiblichen Anteil zu vereinen. Erst dann ist ein Erwachen möglich.

Denn dass die Hecke tödlich ist, hat einen guten Grund. Was zu früh geschehen will, kann nur untergehen.

Tja, und wie lange dauert dieser Spindel-Schlaf nun?

Nimm Dir die Zeit und lausche auf Deine innere Stimme, sie weiß es.
Schau Dich um, das Universum schickt Dir immer von irgendwo her eine Hilfe, dfantasy-579810_960_720as richtige Wort, den Menschen, der für Dich da ist, das Buch, dass die richtigen Antworten für Dich bereit hält, die Musik, die Dich tröstet.
Nimm Dich selbst in den Arm, jede Verletzung möchte gesehen, jedes Gefühl angenommen werden.

Und dann lass Dein Inneres Kind im Märchenland spielen, bis die Zeit reif ist, zurückzukehren.

Herzliche Grüße aus der Anderwelt.

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Welche Rolle spielst Du? – Der Meisterdieb

book-1291164_960_720  Im Märchen „Der Meisterdieb“

gibt es, wie so oft in den Märchen, viele interessante Aspekte, die ich einzeln betrachten könnte. Der erste Teil zum Beispiel ist eine anrührende Geschichte zwischen Eltern und Kind und erzählt von bedingungsloser Liebe, denn die Mutter sagt: „Auch wenn er ein Dieb geworden ist, so ist er doch mein Sohn und meine Augen haben ihn noch einmal gesehen.“

Oder der zweite Teil, wie es zu den drei Proben kommt, die der Meisterdieb bestehen will. Die Frage, warum der Graf, der doch Diebe verabscheut, seinen Patensohn auf die Probe stellt, ist äußerst reizvoll. Ist es Neugier? Ist es die Lust an der eigenen Macht und dem Gefühl der Überlegenheit?

Listiger Gestaltwandler

Heute schreibe ich aber von der Art und Weise, wie der Meisterdieb seine Aufgaben löst. In der ersten Aufgabe spielt er den Soldaten ein altes Weib vor, in der zweiten tut er vor der Gräfin so, als wäre er der Graf. Und in der dritten führt er den Pfarrer und Küster als Apostel Petrus mit ihren eigenen Erwartungen an die Auferstehung an der Nase herum. Er verkleidet sich, er verstellt sich, negativ ausgedrückt gaukelt er anderen Menschen etwas vor. Nur so kann er die Probe bestehen, weil er sich darauf versteht, verschiedene Rollen zu spielen.

Ist das wirklich so negativ?fence-1080255_960_720

Das Märchen urteilt darüber anders, als wir es im moralisch-gesellschaftlichen Kontext gewohnt sind. Weil wir von Lüge und Betrug umgeben sind, wünschen wir uns Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit. Und die meisten Menschen glauben, Rollen zu spielen hätte etwas mit Lüge und Betrug zu tun.

Ich lese das immer wieder auf Seiten von Coaches und Lebensberatern, ob nun esoterisch, spirituell oder nicht. „Steig endlich aus der Rolle aus, werde du selbst!“, „Lege deine Maske ab und zeig dich, wie du wirklich bist!“

Und wer bist Du wirklich?

Für mich ist Schauspiel die uralte Kunst der Gestaltwandlung. Ich kann keine Gestaltwandlerin und Geschichtenerzählerin sein, wenn ich nicht wahrhaftig bin. Denn: Jede Rolle ist wahrhaftig.

Alles, was wir tun, jede Situation, jede Begegnung ist eine Rolle. Auch die Rolle, in der wir uns bewußt verstellen, um unser Ziel zu erreichen. Wir spielen auch eine Rolle, wenn wir mit unseren geliebten Menschen zusammen sind. Das alles sind wir! Je bewußter wir uns dessen sind, um so echter werden wir.fantasy-579810_960_720

Können wir jetzt niemandem mehr vertrauen?

Es ist gut zu wissen, dass jeder Mensch über diese Fähigkeit verfügt, auch wenn es meistens unbewußt ist. Das ist kein Urteil über gut oder schlecht. Es ist einfach eine Feststellung. Das ist der erste Schritt.

Vor vielen Jahren war ich Assistentin im Lehrbereich Medizinische Psychologie an der Berliner Humboldt-Universität. Dadurch kam ich in die außerordentlich lehrreiche Lage, sämtliche Vorlesungen für Medizin-Studenten in Medizinischer Psychologie zu hören, ganz einfach weil ich die Dias geschoben habe. Dort hörte ich etwas sehr Interessantes: Simulanten gibt es nicht! Denn jeder Mensch, der vorgibt, krank zu sein, hat ein ganz reales Problem, sonst würde er sich nicht die Mühe machen, eine Krankheit vorzutäuschen. Er hat ein psychisches Problem.

Es gibt also immer einen Grund, warum bewußt eine Rolle vorgespielt wird.

Und wenn wir noch einen Schritt weitergehen, gibt es auch immer einen Grund für Betrug und Lüge. Das ist keine Rechtfertigung, ich habe, wie die meisten Menschen, selbst sehr böse Erfahrungen damit machen müssen. Aber wenn wir uns die Mühe machen, hinter die Fassade zu sehen, kann es eine Möglichkeit sein, selbst Heilung zu finden: Vergebung.

Der nächste Schritt ist dann zu erkennen, dass wir selbst für viele Situationen im Leben die Fähigkeit des Rollenspiels nutzen. Wir spielen anderen etwas vor, um uns oder andere zu schützen, uns zu verstecken, uns einen Vorteil zu sichern. Letztendlich geht es um den Urinstinkt des Überlebens.

boy-805277_960_720Robin Hood

Und so verstehe ich das Märchen vom Meisterdieb. Seine Gewitztheit, die übrigens schon lange ein sehr beliebtes Geschichtenmotiv ist, rettet ihm nicht nur das Leben, es macht ihn sogar dem Grafen überlegen. Wir lieben diese Robin-Hood-Geschichten und wünschen uns selbst ein bißchen so zu sein.

Aber schau hin in Dein Leben, es ist doch schon so. Wenn Du Dir einmal die Zeit nimmst, findest Du bestimmt Situationen, in denen Du gewitzt die eine oder andere Rolle spielst, die nicht ganz den erwarteten Erziehungsgrundsätzen für ein „gutes Menschsein“ entspricht.

Das ist nicht verwerflich, das ist die Fähigkeit zu überleben.

Die wirklich wichtige Frage dabei ist: Bist Du dabei in der Liebe? Bist Du in Deinem Herzen und kannst Du es aus Deinem Herzen heraus rechtfertigen? Oder ist es Deine Angst, die aus dem Ego kommt?

Deine Rollen im Leben

Heute gebe ich Dir eine kleine Übung aus meiner Ausbildung zur Theater- und Schauspieltherapeutin mit, die Dir helfen kann, Dir Deiner Rollen bewußt zu werden.

masks-1242822_960_720Schreib doch mal in einer ruhigen Stunde alle Bereiche Deines Lebens auf und welche Rolle Du dort spielst. Es können die Archetypen sein, aber auch Film- oder Märchenfiguren.

Bitte bedenke, dass das eine Momentaufnahme ist.

2014 schrieb ich in meine Ausbildungs-Unterlagen Rollen auf, die ich heute so nicht mehr spiele. Sie haben sich gewandelt und das ist ein gutes Zeichen. Denn Rollen verändern sich mit unserer Bewußtwerdung.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Alles Liebe aus der Anderwelt.

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Die Kugel des Glücks

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Was ist Glück? Was ist Unglück?

Vor ein paar Wochen krachte virenbedingt mein komplettes Computersystem zusammen. Sämtliche Geschichten, auch die, die ich für meine Kinder geschrieben habe, hängen in der verseuchten Festplatte fest. Obwohl ich ziemlich traurig war, fühlte ich, dass es auch irgendwie befreiend war. Es ist ja nicht der erste Totalverlust, den ich erlebe, und ich wußte: das kann nur den kompletten Neuanfang bedeuten. Inzwischen habe ich eine neue Festplatte.

Und siehe da.

Vorcup-621251_960_720 ein paar Tagen fing mein Schreibrausch wieder an, dieses vollkommene Vergessen der Zeit im Fluß der Worte. Nach mehreren Jahren Schreibblockade (die Blog-Beiträge zählen da nicht, die sind kurz) kann ich diese Tür wieder öffnen. Ich spüre, dass diese Jahre der „leeren Seite“ eine Transformation waren, denn ich tue etwas, um das ich seit langem herumkreise wie der Wolf um seiner Beute. Bisher war mir dieser Brocken zu groß. Doch nun schreibe ich meine eigene Geschichte, meine subjektiv erlebte Wahrheit, die mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin. Ein wichtiger nächster Schritt in meine ganz persönliche Freiheit. (Danke, Beatrice Lührig, für die Ermutigung!)

Aber, was war das nun mit dem Computer-Crash?

Unglück oder Glück?

Meine heutige Geschichte ist ein Kunstmärchen aus einem der alten Bücher meiner Urgroßmutter. Ich nahm es in die Hand und die Seite schlug sich einfach auf. Die Märchen in diesem Buch sind von einem Pfarrer und sehr weisen Menschen geschrieben. „Die Kugel des Glücks“ erzählt alles, was es zu diesem Thema zu sagen gibt.

Etwas geschieht und wir glauben, es ist die größte Katastrophe. Geduld, Glauben, Vertrauen. Wer in solchen Situation darin nicht geübt ist, fällt in ein tiefes, dunkles Loch. Wer nicht aus tiefstem Herzen weiß, das wirklich alles ein Ausdruck der universellen Liebe ist, dem reißt es den Boden unter den Füßen fort.

Und wer von uns weiß das schon?

Abgelenkt im Hamsterrad des Alltags, zugeballert mit falschen Versprechen aus Film, Fernsehen und Werbung, auf der Stirn „Ich muß doch … „ tätowiert und der großen Angst, etwas zu verpassen, verpassen wir uns selbst.fly-agaric-330934_960_720

Wir sollten aufhören, uns das Glück als rosarote, zuckersüße Wolke vorzustellen, möglichst weit weg von allen schmerzhaften Grenzen. Die Weisheit des Lebens spielt nach ihren eigenen Regeln.

Ist es nicht eigenartig, das ein Fliegenpilz als Glückssymbol dient, ausgerechnet einer der giftigsten Pilze? Die alten Weisen wußten diesen Pilz zuzubereiten, um mit seiner Hilfe in die glückseligsten Weiten der Götter zu fliegen. Doch zuvor mußten sie durch ziemlich unangenehme körperliche Zustände. Sehr interessant, der Selbstversuch von Wolf-Dieter Storl, der einiges dazu zu sagen weiß.

Das Glück ist wie Ostern:

Hinter jedem Busch könnte eine kleine Fee herausfliegen, hinter jedem Baum ein lustiger Kobold hocken, hinter dem nächsten Hügel liegt ein Geschenk und über jeder weißen Wolke fliegt ein Glücksdrachen. Vielleicht müssen wir einfach nur neugierig bleiben.

Hör nicht auf zu suchen.

Alles Liebe aus der Anderwelt.

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