Beltaine – Die Geschichte vom Feenritter Tam Lin

Es ist Beltaine, eines der kraftvollsten und magischsten Feste überhaupt.Brücke

Erzählt wird, dass dies ein keltisches Fest sei. Da es tief verbunden mit dem natürlichen Zyklus ist, können wir davon ausgehen, dass es aus viel älteren Kulturen stammt.

Walpurgisnacht.

Es geht nicht um Hexen, sie sind nur das verzerrte Abbild der weisen, wissenden Frauen und Männer, die zwischen den Welten wandern konnten, um mit den Göttern Zwiesprache zu halten und den Menschen mit ihren Botschaften hilfreich zur Seite zu stehen.

Es geht um Fruchtbarkeit und die Feier der uralten Erdmagie. Wilde Leidenschaft, Ekstase, Rausch. In den alten naturverbundenen Kulturen war zu diesem Zeitpunkt der Raum für das urmenschliche Bedürfnis, sich in wilder Entgrenzung mit dem Göttlichen zu verbinden. Dieser Raum war klar definiert durch das Ritual, angeleitet und begleitet von den Weisen, Priesterinnen, Schamanen, wer auch immer für die Verbindung zu den Göttern verantwortlich war.

Der Tanz mit dem Gehörnten ist eine Ehre.

Der Ghirsch-643340_960_720ehörnte ist nicht der betrogene, verlachte Ehemann, zu dem der Gott der Wälder und der Fruchtbarkeit gemacht wurde. Er ist auch nicht der Teufel der christlichen Kirche. Die Götter und Göttinnen haben sich zu allen Zeiten den Menschen zugewandt und waren bereit, sich mit ihnen zu verbinden. Wenn sich die Tore zur Anderwelt öffnen, erscheint der keltische Hern oder Cernunnos zur wilden Jagd.

In keltischen Sagen und Märchen ist das ganz leicht. Es ist nur ein Ritt in den Nebel oder der Schlaf unter einer Weißdornhecke. In vielen Geschichten ist es das, was in der Beltainenacht so ekstatisch gefeiert wurde.

Niemand mußte Angst vor diesem Tanz ins Unendliche haben, denn die Wissenden sorgten für alles, gaben Schutz und Halt. Die Trommel, das Zauberwort, die Räucherung, der Rauschtrank führten in die Anderwelt. Aber auch wieder zurück. Der Morgen brach mit Sicherheit an, die Kräuter verloren ihre Wirkung, das Zauberwort verklang und die Trommel hörte auf, geschlagen zu werden.

Vergessen

Jahrhunderte und ein großes Arsenal an Vernichtungsstrategien brauchten die Machthaber einer Kultur, die auf Entrechtung, Entmündigung, Demütigung, Ausbeutung und geistiger Kontrolle aufgebaut war, damit wir all das vergessen. Doch das Leben läßt sich nicht unterdrücken. Die Welle kehrt zurück, größer, reinigender und liebevoller als je zuvor. Es ist nicht verloren, Erinnerungen lassen sich wiederbeleben.

Das Wilde, Unkontrollierte macht vielen Menschen Angst.
Es ist die berechtigte Angst davor, sich auf der Brücke zwischen dem Hier und Dort zu verlieren und den Weg nicht mehr zurückzufinden. Sie hält uns heute davon ab, diesen Tanz zu tanzen. Mühsam erobern wir uns die Freiheit, die Rituale und den Mut dazu zurück. Wir müssen unseren eigenen Zugang finden, dafür gibt es keine allgemein gültige, und schon gar keine religiöse Wahrheit.

Alte Seelen kennen den Weg.

Wir sind nicht allein mit dieser Sehnsucht nach Verbundenheit. Immer mehr Alte Seelen lösen sich aus ihrer Erstarrung, aus den Selbstzweifeln und folgen ihrem Herzen. Wir dürfen wieder alles neu entdecken, uns auf unser Wissen und unsere Intuition verlassen. Die Zeit ist reif, jedes Jahr mehr. Denn die Menschen fragen wieder, suchen wieder. Die geistige Leere, die Verfolgung, Folter, Unterdrückung, Vernichtung hinterlassen hat, diese tiefsitzende Angst vor allem Naturverbundenen, ist keine Option mehr. Die Leere gibt keine Anworten.

Dies ist die Nacht der Liebenden

und der Freude am menschlichen Körper. Ganz fleischlich, ganz lustvoll und handfest.

Die Götter, die Naturwesen, Mutter Erde selbst, sie alle warten auf uns, denn dieser Tanz kann nur mit den Menschen gemeinsam getanzt werden. Alte Seelen wissen den Weg, sie brauchen keine Meister mehr.

Die Geschichte vom Feenritter

„Der Feenritter Tamlin“ ist eine der vielen Geschichten, die erzählt, wie Menschen zurückkehren können ins Hier und Jetzt. Und da Beltaine ist, ist es natürlich eine Geschichte vom Genuß der Liebe. Die Rosen stehen symbolisch für den Akt der Liebe. Und genau so erzähle ich diese Geschichte auch, die zu meinem festen Repertoire gehört. In der Audio lese ich allerdings eine von vielen Versionen vor. Meine erzählte Geschichte ist etwas anders.

Mein Gebet gilt heute allen Liebenden.

Ich wünsche Euch ein traumhafte, berauschende Ballnacht in den heiligen Hallen der alten Eichenhaine.

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2 Gedanken zu „Beltaine – Die Geschichte vom Feenritter Tam Lin“

  1. Ja, liebe Claudia, das glaube ich. Da lieben sich die Beiden natürlich Tag und Nacht. Ich erzähle sie Dir dann, wenn ich Dich auf Korsika besuche. Liebe Feen-Grüße zurück.

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