Die Mutter aber sagte ihnen, das müßte der Engel gewesen sein, der gute Kinder bewache.

Schutz: Für mich ist eine der stärksten Aussagen in diesem Märchen, dass die beiden Schwestern, ganz gleich, was ihnen begegnet, beschützt sind. Nichts kann ihnen etwas anhaben, nicht mal der übel gesinnte Zwerg, wie wir aus der weiteren Geschichte wissen. Dieses Zitat steht noch am Anfang des Abenteuers. Die Grimm’s mußten diese Aussage natürlich moralisieren und meinten, nur gute Kinder hätten Schutz verdient. Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Jeder Mensch hat Schutz verdient.

Vielleicht ist die Adventszeit so sehr mit Märchen verbunden, weil wir uns gerade jetzt nach Geborgenheit, Wärme und Schutz sehnen. Dieses tiefe, innere Sehnen – manchmal vielleicht leise wie kleines Glöckchen – hat nichts mit dem Kaminfeuer oder der warmen Heizung zu tun, dem voll gedeckten Tisch oder den überbordenden Glitzer-Geschenken. Der Mensch braucht für seine Entwicklung etwas Höheres, einen „Überbau“, wie Prof. Gerald Hüther sagt. Wir brauchen das Nicht-Irdische, um zu wachsen – aber auch, um uns beschützt und geborgen zu fühlen. In der Adventszeit kommt uns dieses Nicht-Irdische besonders nah. Es ist spürbar hinter all dem Rauschen und Glitzern. Und es beschützt uns.

Folge diesem Link, wenn Du das ganze Märchen lesen möchtest: Schneeweißchen und Rosenrot.

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