17. Dezember – Schneeweißchen und Rosenrot – Schutz

Die Mutter aber sagte ihnen, das müßte der Engel gewesen sein, der gute Kinder bewache.

Schutz: Für mich ist eine der stärksten Aussagen in diesem Märchen, dass die beiden Schwestern, ganz gleich, was ihnen begegnet, beschützt sind. Nichts kann ihnen etwas anhaben, nicht mal der übel gesinnte Zwerg, wie wir aus der weiteren Geschichte wissen. Dieses Zitat steht noch am Anfang des Abenteuers. Die Grimm’s mußten diese Aussage natürlich moralisieren und meinten, nur gute Kinder hätten Schutz verdient. Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Jeder Mensch hat Schutz verdient.

Vielleicht ist die Adventszeit so sehr mit Märchen verbunden, weil wir uns gerade jetzt nach Geborgenheit, Wärme und Schutz sehnen. Dieses tiefe, innere Sehnen – manchmal vielleicht leise wie kleines Glöckchen – hat nichts mit dem Kaminfeuer oder der warmen Heizung zu tun, dem voll gedeckten Tisch oder den überbordenden Glitzer-Geschenken. Der Mensch braucht für seine Entwicklung etwas Höheres, einen „Überbau“, wie Prof. Gerald Hüther sagt. Wir brauchen das Nicht-Irdische, um zu wachsen – aber auch, um uns beschützt und geborgen zu fühlen. In der Adventszeit kommt uns dieses Nicht-Irdische besonders nah. Es ist spürbar hinter all dem Rauschen und Glitzern. Und es beschützt uns.

Folge diesem Link, wenn Du das ganze Märchen lesen möchtest: Schneeweißchen und Rosenrot.

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16. Dezember – Der gestiefelte Kater – Unternehmungslust

„Laß mir nur ein paar Stiefel machen, daß ich ausgehen kann und mich unter den Leuten sehen lassen, dann soll dir bald geholfen sein.“

Unternehmungslust: Der Kater hat sich als Zaubertier zu erkennen gegeben und ist voller Tatendrang. Er will dem Müllerburschen Glück bringen und weiß genau, dass es dafür eines schwungvollen Aufbruchs bedarf.

In der Vorweihnachtszeit gibt es so viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen: Weihnachtsshows und Adventsgeschichten, lichtverzauberte Straßen und berührende Gespräche. Es muß nicht immer der überfüllte Weihnachtsmarkt sein. Vielleicht bist Du müde und lustlos, weil so viel zu tun ist. Aber diese besonderen Erlebnisse gibt es nur in diesen paar Tagen. Also, schwing Dich auf und laß Dich überraschen – vielleicht läuft Dir ja sogar Dein Glück über den Weg.

Wenn Du das ganze Märchen lesen möchtest, geht es hier lang: Der gestiefelte Kater.

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15. Dezember – Tischlein deck dich – Reichtum

Er ließ sich fürstlich bewirten und wie die Rechnung kam, ging er in den Stall zu seinem Esel und sagte: „Bricklebrit!“, da hatte er mehr Dukaten, als er brauchen konnte.

Reichtum: Ach, was für ein herrliches Gefühl, so leicht zu Reichtum zu kommen. Natürlich hat der Held für den Goldesel drei Jahre gearbeitet, aber nun kann er aus dem Vollen schöpfen, hat sogar mehr, als er braucht. Dass er diesen Reichtum aus Naivität und Unachtsamkeit wieder verlieren wird, wissen wir ja nur, weil wir die Geschichte schon kennen.

Und auch heute möchte ich Dich einladen, einen Moment innezuhalten und Deinen Reichtum zu genießen. Das ist gar nicht zynisch gemeint, wir übersehen nur oft unseren täglichen Reichtum. Das Funkeln der Sterne in der kalten Nacht kann ebenso Reichtum sein, wie die Weihnachtsplätzchen. Reichtum ist, wenn unser Herz überquillt vor Freude.

Hier kannst Du das ganze Märchen lesen: Tischlein deck dich

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14. Dezember – Rotkäppchen – Rettung

Wie er ein paar Schnitte getan hatte, da sah er das rote Käppchen leuchten, und noch ein paar Schnitte, da sprang das Mädchen heraus (…).

Rettung: Was für eine Erleichterung! Es schien schon alles verloren, Rotkäppchen und die Großmutter gefressen und für immer verschwunden. Die Rettung ist deswegen so herrlich, weil sie so vollkommen unerwartet kommt. Es ist eben ein märchenhaftes Wunder.

Advent und Weihnachten – da trauen wir dem Leben am ehesten Wunder zu. So eine Rettung ist ein Wunder, eine überraschende Wende zum Guten. Und vielleicht wünschen wir sie uns ganz besonders jetzt, weil diese Zeit so verzaubert ist mit ihren Lichtern und Düften, der Vorfreude und den außergewöhnlichen Begegnungen. Dieses wunderbare Gefühl der Rettung – es ist möglich und jede/r hat es verdient.

Hier geht es zum ganzen Märchen: Rotkäppchen

 

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13. Dezember – Schneewittchen – Schönheit

Schneewittchen aber wuchs heran und als sie sieben Jahre als war, war sie so schön, daß sie selbst die Königin an Schönheit übertraf.

Schönheit: Trotz der Lieblosigkeit, in der Schneewittchen aufwächst, wird sie schon mit sieben Jahren schöner als die Königin. Für mich geht es in diesem Märchen auch um innere Schönheit. In diesem Moment der Geschichte fühlen wir eine Macht, der das kleine Schneewittchen noch gar nicht bewußt ist. Die Schwächere übertrifft ihre Peinigerin und der Verlauf des Märchens wird sie zwar bis auf den Tod prüfen, aber am Ende bleibt Schneewittchen die Siegerin.

Im Advent begegnet uns ganz besonders viel Schönheit. Sie ist ein Geschenk an unser Herz, denn sie ist die Erinnerung an das Gute und Schöne im Leben. Vielleicht möchtest Du Dich ganz besonders heute dieser allgegenwärtigen Schönheit öffnen und Dich daran erinnern lassen, daß es nur auf Deinen Blickwinkel ankommt, ob Du das Leben schön oder häßlich findest.

Und hier findest Du das ganze Märchen: Schneewittchen

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12. Dezember – Jorinde und Joringel – Hoffnung

Endlich träumte er einmal des Nachts, er fände eine rote Blume, in derem Mitte eine schöne große Perle war.

Hoffnung: Diese Stelle im Märchen ist wie ein Aufatmen. Joringel hat seine Jorinde verloren. Vor Kummer ist er nicht in sein Heimatdorf zurückgekehrt, sondern lebt in einem anderen Dorf als Schäfer. Er geht oft in den Wald, um der verlorenen Jorinde nahe zu sein. Und er träumt er jede Nacht von seiner Liebsten. Es scheint keine Lösung zu geben. Doch endlich, endlich ein Hoffnungsschimmer: Er träumt davon, wie er sie befreien kann.

Die Vorweihnachtszeit ist die emotionalste Zeit des Jahres. Natürlich gibt es viel Freude, aber auch viel Not und Verzweiflung. Vielleicht erinnert man sich an verlorene Menschen oder geliebte Haustiere. Vielleicht wird ganz besonders jetzt eine eigene Notlage schmerzhaft bewußt. Schon in uralten Zeiten war das Fest der Wintersonnenwende (21.12.), in dessen Umfeld das heutige Weihnachten fällt, die große, feierliche Erinnerung an die Hoffnung. Denn das wendet sich das Sonnenlicht und es wird wieder heller. Und darauf können wir uns hundertprozentig verlassen.

Wer das ganze Märchen lesen möchte, folgt diesem Link: Jorinde und Joringel

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11. Dezember – Der süße Brei – Überfluß

Also kocht es fort, und der Brei steigt über den Rand hinaus und kocht immerzu, die Küche und das ganze Haus voll und das zweite Haus und dann die Straße, als wollt’s die ganze Welt satt machen (…).

Überfluß: Dies ist die faszinierendste Stelle dieses sicherlich schon sehr alten Märchens. Das Geschenk kommt von einer alten Frau im Wald, die schon vom Jammer und der Armut des Mädchens weiß. Für mich ist die Frau im Wald ein Aspekt der alten Muttergöttin, deren Gabe Überfluß ohne Bedingungen ist. (Das Märchen erzählt allerdings auch, daß es heißt, mit diesem geschenkten Überfluß achtsam umzugehen.)

Vielleicht fühlst Du Dich gerade im Advent an manchen Tagen überhaupt nicht im Überfluß, sondern ganz im Gegenteil im Mangel. Es scheint noch so vieles zu fehlen, sei es Zeit, sei es Geld, vielleicht auch Freunde und liebevolle Menschen in deinem Leben. Die meisten von uns neigen sehr schnell dazu, eher das Fehlende zu sehen, als das, was schon da ist. – Dieser wunderbare Überfluß im  Märchen tut richtig gut. Dieses Gefühl, dass immer alles da ist, was gebraucht wird. Vielleicht magst Du mal ausprobieren, einen einzigen Tag mit den Augen des Überflußes zu sehen. Gerade jetzt.

Wer das ganze Märchen lesen möchte, folgt diesem Link: Der süße Brei

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10. Dezember – Frau Holle – Zauber

Und als das Mädchen erwachte und wieder zu sich selber kam, war es auf einer schönen Wiese, da schien die Sonne und waren viel tausend Blumen.

Zauber: Eine der schönsten Stellen dieses Märchens ist dieser Zauber, dieses Paradox. Sie fällt tief in den dunklen, kalten Brunnen und erwacht auf einer sonnigen Wiese voller Leben. Echte Zauber sind nicht zu erklären. Sie sind einfach da.

Gerade der Advent bietet uns so viele Möglichkeiten, uns verzaubern zu lassen. Wenn wir möchten. Wunder gibt es überall. Vielleicht möchtest Du heute mit offenen Augen durch Deinen Tag gehen und nach den kleinen Wundern schauen, die uns schon so ganz selbstverständlich geworden sind. Und wer weiß, vielleicht begegnet Dir dabei ein großes Wunder.

Wer das ganze Märchen lesen möchte, folgt diesem Link: Frau Holle.

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9. Dezember – Rumpelstilzchen – Gewißheit

Wie die Königin das hörte, ward sie ganz froh, und als das gefährliche Männlein kam, fragte es: „Frau Königin, wie heiß ich?“

Gewißheit: Wie schön, etwas ganz genau zu wissen, gewiß zu sein. Gewißheit ist die Hochzeit von Wissen und Vertrauen. Wenn Rumpelstilzchen diese wichtige Frage stellt, ist die Königin sich vollkommen gewiß, dass sie die richte Antwort weiß. Sie wird ihr Kind retten. Denn der Name gibt ihr Macht über das Zauberwesen.

Gewißheit setzt Vertrauen voraus. Vielleicht läßt diese besondere Vorweihnachtszeit mit ihren vielen Auf’s und Ab’s für Gewißheit wenig Raum. Dann erinnere Dich daran, dass die Sonne jeden Morgen aufgeht und dass auf den Winter der Frühling folgt. Und vielleicht zündest Du Dir eine Kerze an. Du darfst gewiß sein, dass sie die Dunkelheit erhellt.

Wer das ganze Märchen lesen möchte, folgt diesem Link: Rumpelstilzchen

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8. Dezember – Der Meisterdieb – Selbstbewußtsein

„Für mich gibt es weder Schloß noch Riegel: wonach mich gelüstet, das ist mein. Glaubt nicht, daß ich stehle wie ein gemeiner Dieb, ich nehme nur vom Überfluß der Reichen. Arme Leute sind sicher: ich gebe ihnen lieber, als daß ich ihnen etwas nehme. So auch, was ich ohne Mühe, List und Gewandtheit haben kann, das rühre ich nicht an.“

Selbstbewußtsein: Dieser Mann weiß ganz genau, was und warum er es tut. Er hat seine Prinzipien und kennt die Konsequenzen. Der Meisterdieb ist sich seiner vollkommen bewußt.

So vollkommen sicher sein, was man tut, das ist ein schönes Lebensgefühl. Der Advent ist auch eine Zeit der Ratlosigkeit und der Entscheidungen. Soll dieses oder jenes Geschenk sein? Oder gar nichts? Werde ich auch etwas bekommen oder schenke ich mir selbst etwas? Vielleicht lädt der Meisterdieb ja auch Dich dazu ein, ausschließlich und selbstbewußt Deinem Herzen, Deinen Überzeugungen und Deinem Wohlbefinden zu folgen.

Wer das ganze Märchen lesen möchte, folgt diesem Link: Der Meisterdieb

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