Geschichtenheilkunst - Verbunden mit den Erdmüttern --- Märchenerzählerin, Märchentherapeutin, Entspannungspädagogin

Märchen sind Seelentröster

Wenn solch schreckliche Dinge geschehen, wie die Anschläge am Freitag in Paris, dann braucht die Menschheit wohl keine Märchen mehr. Oder?

Vielleicht aber finden sich gerade in alten Geschichten Antworten auf die elementarsten Fragen des Lebens. Ich bin davon überzeugt.

Existentielle Fragen

Willkürliche Gewaltakte, die uns mit so existentiellen Gefühlen wie dieser Hilflosigkeit konfrontieren, erschüttern das gesamte Gefüge vom eigenen, eingerichteten Leben. Gestern las ich in einer Regionalgruppe von einem Vater, der angesichts der Pariser Geschehnisse um seine Kinder fürchtet und die Frage stellt, ob nun hier, in und um Berlin, wohl auch mit solchen Attentaten zu rechnen sei. Gedanken, die er sich früher sicher nicht so vehement gemacht hatte.
Was also erzählen Märchen in solchen Zeiten?
Es geht immer um existentielle Fragen, immer um die wirklich entscheidenden Werte, immer um das Erringen von Glück, Liebe und Wohlstand.
Allerdings hebt unsere europäische Erzähltradition durch jahrhundertelange Christianisierung am Ende der meisten Geschichten ins glückliche Ende ab. Durch die ständig gepredigte Sündhaftigkeit des Menschen war alles schon schlecht, der gesamte Alltag schwer und dunkel, das gelebte Leben anstrengend. Märchen und Geschichten trösteten und erleichterten die Seele, denn wenigstens dort gab es das Wunder am Ende, das alles auflöste. Auch aus diesem Grund erfuhren Märchen über Generationen hinweg so viel Verachtung von den aufklärerischen Realisten.

Verschüttete Weisheit

Auf dem tiefsten Grund des Märchenbrunnens finden wir aber die uralte, verschüttete Weisheit.
Und die ist universell.

Weil dem so ist, kann ich auch mit Leichtigkeit auf Geschichten aus anderen Kulturen zugreifen.
In der japanischen Kultur gibt es nur selten ein Happy End. Sie fließt zur Zeit in meine Überlegungen mit ein, weil meine Tochter dort ist und mir oft vom alltäglichen Leben in Japan erzählt. Die Nähe des Todes durch ständige Erdbeben und häufige Vulkanausbrüche, drohende Tsunamis und die gewaltige Kraft des Meeres prägen die Mentalität dieser Kultur.
Es ist für Japaner völlig normal, dass ihre Geschichten offen enden. Es gibt kein: „So ist es und so bleibt es und jetzt ist alles gut.“
Die Liebesgeschichte, die ich heute erzähle, ist ein gutes Beispiel dafür. Zwei Menschen lieben sich, denn sie erkennen ihre Seelenverwandtschaft. Sie wissen, dass sie zueinander gehören. Doch die Umstände, die sei beide respektieren, erlauben nicht die Erfüllung ihrer Liebe. Der Mann wird dem Meer geopfert, so wie es vorgesehen war. Die Frau verwandelt sich daraufhin in den Stern, der am Morgen über dem Meer aufgeht, sinnigerweise die Venus. Und weil eine Opferung immer bedeutet, dass der Mensch ganz das Element wird, dem er geopfert wurde, können sich beide begegnen und berühren. Am Horizont, wenn der Tag anbricht.

Der Überbau

Was erzählt diese Geschichte aber nun genau?
Etwas, das Prof. Hüther, empathischer Hirnforscher und Wissens-Türöffner, ungefähr so beschreibt: Der Mensch ist darauf angewiesen, dass er sich eine übergeordnete Welt baut, die dazu beiträgt, dass er seine Ressourcen überhaupt ausschöpfen kann. … Daraus kann man ableiten, dass der Mensch ein spirituelles Wesen ist.
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=xVH8nL2xBcU

Bei allem, was offensichtlich geschieht, es gibt mehr, es gibt immer etwas Übergeordnetes. Es ist in uns und wir entscheiden, ob dieses Übergeordnete uns hebt, licht- und liebevoll ist, oder uns zu Boden drückt, überwältigt und allen Lebensmut nimmt.

Genau das erzählen alte Geschichten.

Herzliche Grüße aus der Anderwelt

https://www.youtube.com/watch?v=p7UEXucp0Pg

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  1. Kati Pfau

    Danke, liebe Melanie.
    Ich werde meine Welt weiter mit meinen Lesern teilen, versprochen!

  2. Melanie Relana

    Liebe Märchenfee ? danke für deine berührenden und zum nachdenken anregenden Worte!

    Ich persönlich finde die Welt der Märchen – Träume – Fantasien so heilsam und wichtig. Sie geben uns Raum für unsere Fantasie und geben uns die Möglichkeit Spiegel für unsere eigene Lebensgeschichte zu sein. Gefühle können hier Ausdruck finden.

    Danke das du uns mit diesem Blog und deinem so Sein immer wieder einlädst in diese Wunderwelt einzutauchen.

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