Geschichtenheilkunst - Verbunden mit den Erdmüttern --- Märchenerzählerin, Märchentherapeutin, Entspannungspädagogin

Schlagwort: Märchen spirituell Weisheit Seelentrost Hirnforschung Geschichten

Dem Männlichen Raum geben

Wenn ich mir so die modernen Märchenverfilmungen anschaue, sticht eines immer unangenehmer hervor: Die Überbetonung der Frauen. Die Heldinnen sind viel intelligenter, mutiger, sinnerfüllter und weiser – auch in Märchen, die ursprünglich für Männer erzählt wurden.

Es ist unbestreitbar, dass über sehr lange Zeit Frauen herabgewürdigt, mißachtet, ignoriert und mundtot gemacht wurden. Aber niemals ALLE. Es gab immer Frauen zu jeder Zeit, die selbständig und selbstverwirklichend waren. Und es gab in allen Zeiten Frauen, die zerstörerisch, boshaft, neidisch, dumm und faul waren. Ganz genauso, wie es bei den Männern auch war. Die gesellschaftliche Gewichtung war aus unserer heutigen Sicht zuungunsten der Frauen – aber nur seit den letzten 5000 Jahren. Und in denen auch nur so verstärkt die letzten 500 Jahre, nämlich seit der Hexenverfolgung.

Tatsache ist doch auch, dass Frauen auf ganz natürliche Weise sehr anpassungsfähig sind. Wir fließen in das Verhalten hinein, das wir als überlebenssichernd erkennen. Ganz intuitiv erfassen wir, welche Position wir einnehmen müssen, um uns und unsere Sippe zu schützen. Das heißt für viele Frauen zum Beispiel, der Masse zu folgen. Gemeinschaftssinn wurde uns in die genetische Wiege gelegt.

Machthabende haben das schon immer ausgenutzt, in dem sie auf diese Sorge um die Familie abgezielt haben. In unserer Zeit sind die psychologischen Werkzeuge dafür derart ausgefeilt, dass das kaum noch jemandem auffällt. Es sind vor allem Frauen, die die gesellschaftlichen Strukturen am Leben erhalten, und zwar dort, wo sie am wirksamsten sind: im nicht sichtbaren Bereich des Alltäglichen.

Es ist so wichtig und notwendig, einen gesunden, natürlichen Gemeinschaftssinn zu pflegen. Frauen haben in vielen Jahrtausenden dafür gesorgt, dass der Laden läuft. Die innere Struktur, die Organisation, die Absprachen untereinander, das Haushalten fiel in ihren Bereich. Denn die Männer hatten in der Regel andere Aufgaben, auch in Matriarchaten.

Vorwärtsschauen, voranschreiten, neue Quellen, neue Wiesen und Siedlungsplätze entdecken oder die drohende Gefahr so früh wie möglich erkennen, dann sich diesen Aufgaben stellen und sie erledigen. Die Wege musste erforscht werden, um sie für die Sippe begehbar zu machen. Die Quellen mussten geprüft werden, ob das Wasser rein und genießbar war. Wiesen und Felder musste untersucht werden, ob dort Löcher im Boden oder unliebsame tierische oder menschliche Nachbarn lebten. Und die Gefahr musste mit Planung und Strategie abgewehrt werden. All das sind Eigenschaften, die der männlichen Energie zugeordnet sind. Aber auch das Hüten der Errungenschaften, das Schützen des Aufgebauten, das Bewahren des Wohlergehens der Sippe.

Schon seit Urzeiten wussten die Weisen, dass in jeder Frau ein männlicher Anteil und in jedem Mann ein weiblicher Anteil ist. Und sie wussten, dass jede Frau und jeder Mann diesen andersgeschlechtlichen Anteil zu integrieren hat.

Doch was ich zur Zeit beobachte, ist eine Überbetonung der andersgeschlechtlichen Verhaltensweisen. Frauen benehmen sich wie Männer. Männer benehmen sich wie Frauen. Nun gut, auch das ist eine gesellschaftliche Erfahrung, die offenbar die Menschheit machen will. Das Dumme daran ist nur, dass es auf diese Weise einer der wichtigsten und natürlichsten Kräfte der Mutter Erde unmöglich wird, zu wirken: FRUCHTBARKEIT. Geistige, emotionale, wirtschaftliche und körperliche Fruchtbarkeit. Mir scheint, alles zieht hin zu Tod und Krankheit, statt zu Leben, Liebe und Erblühen.

Vielleicht ist es an der Zeit, uns unseres ursprünglichen Seins wieder zu erinnern. Und deshalb bin ich ganz besonders dankbar für das Geschenk der uralten Weisheitsmärchen. Denn dort sind unsere Wurzeln bewahrt und überliefert. Sie reichen bis dorthin, wo noch der Boden gesund und nahrhaft war. Von dort strömen immer noch die Worte der alten Weisen. Damit wir nicht vergessen, wer wir wirklich sind: Geliebte Kinder der Mutter Erde.

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Märchen sind Seelentröster

Wenn solch schreckliche Dinge geschehen, wie die Anschläge am Freitag in Paris, dann braucht die Menschheit wohl keine Märchen mehr. Oder?

Vielleicht aber finden sich gerade in alten Geschichten Antworten auf die elementarsten Fragen des Lebens. Ich bin davon überzeugt.

Existentielle Fragen

Willkürliche Gewaltakte, die uns mit so existentiellen Gefühlen wie dieser Hilflosigkeit konfrontieren, erschüttern das gesamte Gefüge vom eigenen, eingerichteten Leben. Gestern las ich in einer Regionalgruppe von einem Vater, der angesichts der Pariser Geschehnisse um seine Kinder fürchtet und die Frage stellt, ob nun hier, in und um Berlin, wohl auch mit solchen Attentaten zu rechnen sei. Gedanken, die er sich früher sicher nicht so vehement gemacht hatte.
Was also erzählen Märchen in solchen Zeiten?
Es geht immer um existentielle Fragen, immer um die wirklich entscheidenden Werte, immer um das Erringen von Glück, Liebe und Wohlstand.
Allerdings hebt unsere europäische Erzähltradition durch jahrhundertelange Christianisierung am Ende der meisten Geschichten ins glückliche Ende ab. Durch die ständig gepredigte Sündhaftigkeit des Menschen war alles schon schlecht, der gesamte Alltag schwer und dunkel, das gelebte Leben anstrengend. Märchen und Geschichten trösteten und erleichterten die Seele, denn wenigstens dort gab es das Wunder am Ende, das alles auflöste. Auch aus diesem Grund erfuhren Märchen über Generationen hinweg so viel Verachtung von den aufklärerischen Realisten.

Verschüttete Weisheit

Auf dem tiefsten Grund des Märchenbrunnens finden wir aber die uralte, verschüttete Weisheit.
Und die ist universell.

Weil dem so ist, kann ich auch mit Leichtigkeit auf Geschichten aus anderen Kulturen zugreifen.
In der japanischen Kultur gibt es nur selten ein Happy End. Sie fließt zur Zeit in meine Überlegungen mit ein, weil meine Tochter dort ist und mir oft vom alltäglichen Leben in Japan erzählt. Die Nähe des Todes durch ständige Erdbeben und häufige Vulkanausbrüche, drohende Tsunamis und die gewaltige Kraft des Meeres prägen die Mentalität dieser Kultur.
Es ist für Japaner völlig normal, dass ihre Geschichten offen enden. Es gibt kein: „So ist es und so bleibt es und jetzt ist alles gut.“
Die Liebesgeschichte, die ich heute erzähle, ist ein gutes Beispiel dafür. Zwei Menschen lieben sich, denn sie erkennen ihre Seelenverwandtschaft. Sie wissen, dass sie zueinander gehören. Doch die Umstände, die sei beide respektieren, erlauben nicht die Erfüllung ihrer Liebe. Der Mann wird dem Meer geopfert, so wie es vorgesehen war. Die Frau verwandelt sich daraufhin in den Stern, der am Morgen über dem Meer aufgeht, sinnigerweise die Venus. Und weil eine Opferung immer bedeutet, dass der Mensch ganz das Element wird, dem er geopfert wurde, können sich beide begegnen und berühren. Am Horizont, wenn der Tag anbricht.

Der Überbau

Was erzählt diese Geschichte aber nun genau?
Etwas, das Prof. Hüther, empathischer Hirnforscher und Wissens-Türöffner, ungefähr so beschreibt: Der Mensch ist darauf angewiesen, dass er sich eine übergeordnete Welt baut, die dazu beiträgt, dass er seine Ressourcen überhaupt ausschöpfen kann. … Daraus kann man ableiten, dass der Mensch ein spirituelles Wesen ist.
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=xVH8nL2xBcU

Bei allem, was offensichtlich geschieht, es gibt mehr, es gibt immer etwas Übergeordnetes. Es ist in uns und wir entscheiden, ob dieses Übergeordnete uns hebt, licht- und liebevoll ist, oder uns zu Boden drückt, überwältigt und allen Lebensmut nimmt.

Genau das erzählen alte Geschichten.

Herzliche Grüße aus der Anderwelt

https://www.youtube.com/watch?v=p7UEXucp0Pg

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