Geschichtenheilkunst - Verbunden mit den Erdmüttern --- Märchenerzählerin, Märchentherapeutin, Entspannungspädagogin

Schlagwort: Märchen

20. Dezember – Der Teufel mit den drei goldenen Haaren – Einladung

Da sah die Prinzessin, daß der Holzhacker sehr schön war und verliebte sich in ihn und ließ ihn zu sich rufen.

Einladung: Faszinierend, wie selbstbewußt die Prinzessin handelt. Und das in einem Grimm’schen Märchen!

Der Advent ist die große Zeit der Einladungen. Eingeladen zu werden, ist eine Anerkennung. Da möchte jemand mit uns seine Zeit verbringen. Oder wir laden ein und teilen unsere kostbaren Stunden. Gemeinsame Erlebnisse sind für jede Art Verbindung immens wichtig. Und diese Verbindungen müssen nicht unbedingt zwischenmenschlich sein. Wir können auch Glück, Harmonie, Liebe, Wohlstand und Erfolg zu uns einladen. Oder einfach Frieden.

Das ganze Märchen findest Du hier: Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

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19. Dezember – Die Bremer Stadtmusikanten – Mut

„Ei was, Rotschopf“, sprach der Esel (zum Hahn). „Zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen. Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“

Mut: Bewundernswert, wie diese Tiere einfach ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Sie wandeln es vom Opferdasein ins Schöpferdasein. Für die Menschen, denen sie bisher dienten, sind sie zu alt und darum zu nichts zu gebrauchen. Aber das stimmt nicht, die Tiere sind lebendig und so lange sie das sind, haben sie auch einen Platz unter den Lebenden.

Mut ist der kleine Bruder der Entschlossenheit. Und wenn wir schon entschlossen sind, brauchen wir diesen kleinen Bruder, um unseren Weg zu gehen. Vielleicht klopft uns das Herz bis zum Halse , tausend Zweifel rütteln an uns und der Magen dreht sich um. Ohne Angst kein Mut. Niemand ist ohne die Erfahrung der Furcht mutig. Es ist nur ein Schritt über eine Schwelle. Aber dann öffnen sich ungeahnte Weiten.

Hier geht es zum ganzen Märchen: Die Bremer Stadtmusikanten

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18. Dezember – Das tapfere Schneiderlein – Entschlossenheit

Der Schneider band sich den Gürtel um den Leib und wollte in die Welt hinaus, weil er meinte, die Werkstätte sei zu klein für seine Tapferkeit.

Entschlossenheit: Aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund – die erschlagenen Fliegen scheinen doch wirklich zu lächerlich dafür – ist für den Schneider die Zeit gekommen, sein Leben zu ändern. Vielleicht war der Kampf mit den  Mus-Fliegen nur noch das letzte I-Tüpfelchen und er hatte sich schon lange in seiner einsamen Schneiderwerkstatt überlegt, fortzuziehen. Jetzt ist es also soweit. Auf geht’s!

Entschlossenheit erfordert Mut und Energie und scheint heutzutage eine seltene Eigenschaft geworden zu sein. Alles laufen lassen, wie es ist, mutet oft bequemer und sinnvoller an. Leider wird dabei leicht übersehen, dass das Leben Bewegung IST. Je mehr wir uns weigern, den Bewegungen des Lebens zu folgen, um so heftiger wird der Sturm, der über uns kommt, damit wir uns endlich bewegen. Entschlossen zu sein bedeutet auch, zu vertrauen. Und am besten, wir vertrauen optimistisch auf einen glücklichen Ausgang der Geschichte. Auch wenn es – wie beim Schneiderlein – ungewöhnliche Taten erfordert. Entschlossenheit paßt vielleicht auf den ersten Blick nicht so ganz in das Bedürfnis nach Ruhe und Gemütlichkeit im Advent. Aber möglicherweise erfordert gerade dieses Bedürfnis entschlossenes Handeln: vielleicht eine Einladung auszusprechen; sich entschieden zurückzuziehen; ein klares „Nein“ zur richtigen Zeit an die richtige Person; auf bestimmte Geschenke zu verzichten, auch wenn man weiß, dass sie erwartet werden …

Hier geht es zum ganzen Märchen: Das tapfere Schneiderlein

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17. Dezember – Schneeweißchen und Rosenrot – Schutz

Die Mutter aber sagte ihnen, das müßte der Engel gewesen sein, der gute Kinder bewache.

Schutz: Für mich ist eine der stärksten Aussagen in diesem Märchen, dass die beiden Schwestern, ganz gleich, was ihnen begegnet, beschützt sind. Nichts kann ihnen etwas anhaben, nicht mal der übel gesinnte Zwerg, wie wir aus der weiteren Geschichte wissen. Dieses Zitat steht noch am Anfang des Abenteuers. Die Grimm’s mußten diese Aussage natürlich moralisieren und meinten, nur gute Kinder hätten Schutz verdient. Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Jeder Mensch hat Schutz verdient.

Vielleicht ist die Adventszeit so sehr mit Märchen verbunden, weil wir uns gerade jetzt nach Geborgenheit, Wärme und Schutz sehnen. Dieses tiefe, innere Sehnen – manchmal vielleicht leise wie kleines Glöckchen – hat nichts mit dem Kaminfeuer oder der warmen Heizung zu tun, dem voll gedeckten Tisch oder den überbordenden Glitzer-Geschenken. Der Mensch braucht für seine Entwicklung etwas Höheres, einen „Überbau“, wie Prof. Gerald Hüther sagt. Wir brauchen das Nicht-Irdische, um zu wachsen – aber auch, um uns beschützt und geborgen zu fühlen. In der Adventszeit kommt uns dieses Nicht-Irdische besonders nah. Es ist spürbar hinter all dem Rauschen und Glitzern. Und es beschützt uns.

Folge diesem Link, wenn Du das ganze Märchen lesen möchtest: Schneeweißchen und Rosenrot.

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16. Dezember – Der gestiefelte Kater – Unternehmungslust

„Laß mir nur ein paar Stiefel machen, daß ich ausgehen kann und mich unter den Leuten sehen lassen, dann soll dir bald geholfen sein.“

Unternehmungslust: Der Kater hat sich als Zaubertier zu erkennen gegeben und ist voller Tatendrang. Er will dem Müllerburschen Glück bringen und weiß genau, dass es dafür eines schwungvollen Aufbruchs bedarf.

In der Vorweihnachtszeit gibt es so viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen: Weihnachtsshows und Adventsgeschichten, lichtverzauberte Straßen und berührende Gespräche. Es muß nicht immer der überfüllte Weihnachtsmarkt sein. Vielleicht bist Du müde und lustlos, weil so viel zu tun ist. Aber diese besonderen Erlebnisse gibt es nur in diesen paar Tagen. Also, schwing Dich auf und laß Dich überraschen – vielleicht läuft Dir ja sogar Dein Glück über den Weg.

Wenn Du das ganze Märchen lesen möchtest, geht es hier lang: Der gestiefelte Kater.

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15. Dezember – Tischlein deck dich – Reichtum

Er ließ sich fürstlich bewirten und wie die Rechnung kam, ging er in den Stall zu seinem Esel und sagte: „Bricklebrit!“, da hatte er mehr Dukaten, als er brauchen konnte.

Reichtum: Ach, was für ein herrliches Gefühl, so leicht zu Reichtum zu kommen. Natürlich hat der Held für den Goldesel drei Jahre gearbeitet, aber nun kann er aus dem Vollen schöpfen, hat sogar mehr, als er braucht. Dass er diesen Reichtum aus Naivität und Unachtsamkeit wieder verlieren wird, wissen wir ja nur, weil wir die Geschichte schon kennen.

Und auch heute möchte ich Dich einladen, einen Moment innezuhalten und Deinen Reichtum zu genießen. Das ist gar nicht zynisch gemeint, wir übersehen nur oft unseren täglichen Reichtum. Das Funkeln der Sterne in der kalten Nacht kann ebenso Reichtum sein, wie die Weihnachtsplätzchen. Reichtum ist, wenn unser Herz überquillt vor Freude.

Hier kannst Du das ganze Märchen lesen: Tischlein deck dich

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14. Dezember – Rotkäppchen – Rettung

Wie er ein paar Schnitte getan hatte, da sah er das rote Käppchen leuchten, und noch ein paar Schnitte, da sprang das Mädchen heraus (…).

Rettung: Was für eine Erleichterung! Es schien schon alles verloren, Rotkäppchen und die Großmutter gefressen und für immer verschwunden. Die Rettung ist deswegen so herrlich, weil sie so vollkommen unerwartet kommt. Es ist eben ein märchenhaftes Wunder.

Advent und Weihnachten – da trauen wir dem Leben am ehesten Wunder zu. So eine Rettung ist ein Wunder, eine überraschende Wende zum Guten. Und vielleicht wünschen wir sie uns ganz besonders jetzt, weil diese Zeit so verzaubert ist mit ihren Lichtern und Düften, der Vorfreude und den außergewöhnlichen Begegnungen. Dieses wunderbare Gefühl der Rettung – es ist möglich und jede/r hat es verdient.

Hier geht es zum ganzen Märchen: Rotkäppchen

 

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Fühlst Du Dich wie Aschenputtel?

Aschenputtel ist eines der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm. Mehrfach verfilmt, in verschiedenen Varianten erzählt. Tatsächlich findet sich diese Motiv ist vielen Erzähltraditionen.

Was macht die Geschichte von dem entrechteten Mädchen, das durch Magie zur unbekannten Prinzessin wird, so anziehend? Ich glaube, es ist die Verwandlung. Oder besser gesagt, das Verwandlungspotential.

Und schon sind wir wieder in unserem ganz alltäglichen Leben. Dieses Potential schlummert in uns allen. Das Märchen erzählt auch, woher die Kraft für die Verwandlung kommt. Aschenputtel verbindet sich am Grab ihrer Mutter mit deren Geist. Er steht für vieles: die Ahninnen, die urweibliche Kraft in jeder Frau, die übersinnlichen Energien, wie Engel. Oder, um es schlicht mit Prof. Hüther zu sagen: dem Überbau, den jeder Mensch benötigt, um sich seelisch gesund entwickeln zu können.

Durch die Verwandlung wird Aschenputtel gezeigt, wer sie sein könnte. Die Zeit spielt bei dieser Verwandlung eine große Rolle. So ist es auch oft, wenn wir uns auf dem Heilungsweg befinden. Wir können vieles tun und wir wünschen uns, jeder dieser Wege möge schnell zur Heilung führen.

Der Ort, an dem wir uns gerade befinden, ist leidvoll. Deshalb machen wir uns ja auf den Weg zur Heilung. Es gibt genug Gelegenheiten auf diesem Weg, die uns erzählen, wie wenig geheilt wir uns fühlen. Da gibt es diese Ausflüge in den Palast des Königs zum Ball, aber der Alltag sieht anders aus.

Das Märchen erzählt von der Hoffnung. Es macht Mut, denn es verspricht, dass Verwandlung möglich ist.

Das Gefühl, ein Aschenputtel zu sein, ist den meisten Menschen sehr vertraut. Ein anderer Aspekt ist nämlich die fehlende Anerkennung, die sich hier ausdrückt. Sie wird nicht nur nicht anerkannt, wenn sie eine Aufgabe gut gelöst hat, wird ihr noch mehr aufgebürdet.

Das Märchen erzählt auch davon, woher die Kraft kommt, das zu ertragen.
Natürlich von der Hoffnung, aber vor allem von der Gewißheit, durch alle Zeiten hindurch getragen zu sein von der Magie des Göttlichen.
Doch ohne den Menschen, ohne unsere Entscheidung, uns diesem Göttlichen anzuvertrauen, kann keine Magie wirken.

Die Verwandlung vom Aschenputtel zur Prinzessin beginnt damit, sich selbst so zu akzeptieren, wo man gerade ist.
Und dies anzuerkennen. Die Anerkennung für unser Sein kommt niemals von außen, sondern von uns selbst.

Ich werde Dir ein wenig helfen, denn hier kommen drei Gründe, warum Du kein Aschenputtel bist:

1. Was immer Du tust, Deine Arbeit ist wertvoll. (Schau einfach genau hin.)

2. Du bist ein wundervoller Mensch und Dein Hiersein ist von Bedeutung. (Denn Bedeutung ist eine Frage der Definition.)

3. In Dir leuchtet ein Licht, ein göttlicher Funke, sonst würdest Du nicht existieren.

Manchmal reicht das aber nicht.
Wenn Du Dich nicht mehr wie Aschenputtel fühlen möchtest, begleite ich Dich wirklich gern dabei.

Ich freue mich auf Deine Nachricht. Hier kommst Du zum Kontaktformular.

In diesem Sinne!
Herzliche Grüße aus der Anderwelt.

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