Geschichtenheilkunst - Verbunden mit den Erdmüttern --- Märchenerzählerin, Märchentherapeutin, Entspannungspädagogin

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24. Dezember – HEILIGABEND: Aschenputtel – Wunder

„Aschenputtel, sollen wir dir helfen Linsen lesen?“ „Ja“, antwortete Aschenputtel: „Die schlechten ins Kröpfchen, die guten ins Töpfchen.“

Wunder: Es ist das allererste Wunder im Märchen. Die Tauben kommen herbei und helfen Aschenputtel, die viel zu große Aufgabe zu erfüllen. Das Aschenputtel-Motiv gibt es in vielen europäischen Versionen. Die Errettung aus einer unwürdigen, demütigenden Lage, aus der man sich selbst scheinbar nicht befreien kann. Dafür sind Märchen da: Glaube an das Wunder.

Nun ist es also soweit. Weihnachten ist da. Ich wünsche Dir eine Zeit voller kleiner und großer Wunder. Die Märchen zeigen Dir den Weg.

Das ganze Märchen findest Du hier: Aschenputtel

Die kleine Reise durch die Weisheit der Märchen endet hier. Vielen Dank, dass Du dabei warst.

Ich wünsche Dir eine wahrhaft märchenhafte Weihnachtszeit und ein zauberhaftes Neues Jahr. Bis zum nächsten Mal. Ich freue mich auf Dich.

Deine Märchenfee Pfauenfeder

 

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23. Dezember – Die Sterntaler – Loslassen

Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.

Loslassen: Alles, alles hat das Mädchen hergegeben. Es tut richtig weh, das mitzuverfolgen. Vollkommen schutzlos, ohne jede Sicherheit, bleibt nur noch ihr pures Leben zurück – bedroht von Kälte und Hunger. Und immer wieder berührt mich ihr tiefes Vertrauen, wenn sie noch ein Stück von sich hergibt. Es ist kein leichtes, fröhliches Hergeben, denn sie friert und hungert selbst. Für mich geht es in diesem Märchen nicht darum, die Selbstverleugnung zu feiern, sondern vielmehr um das unerschütterliche Wissen, dass auch für sie selbst gesorgt sein wird.

Ist es jetzt schon Zeit, loszulassen? Inmitten der Vorbereitungen, der abzuarbeitenden Zettel, der zu erwartenden Begegnungen? Ich finde: ja. Gerade jetzt. Vielleicht muß nicht alles so sein, wie wir uns es vorstellen. Vielleicht reicht auch, hinaufzuschauen zu den Sternen und an das kleine Mädchen aus dem Märchen zu denken. Es ist für alles gesorgt.

Hier geht es zum ganzen Märchen: Die Sterntaler

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22. Dezember – Die goldene Gans – Lachen

Der Dummling, als er das hörte, ging er mit seiner Gans und ihrem Anhang vor die Königstochter; wie diese den Aufzug sah, fing sie laut an zu lachen und wollte gar nicht wieder aufhören.

Lachen: Wie heilsam und schön dieses Bild ist! In der Mitte des Märchens darf endlich gelacht werden. Dieser Zug unfreiwillig Klebender, die aus reiner Gier in diese mißliche Lage gekommen sind, ist einfach komisch. Das Märchen ist an dieser Stelle noch nicht beendet, aber das Wichtigste ist getan: Das Eis ist gebrochen. Nun kann den Helden wirklich nichts mehr aufhalten.

Das Licht ist schon geboren, doch die traditionellen Feiertage stehen uns noch bevor. Vielleicht ist inmitten der Arbeit und der Vorbereitungen und der Aktivitäten und der Erwartungen – dir ein wenig das Lachen abhanden gekommen. Lachen entspannt und befreit. Auch in der besinnlichen Vorweihnachtszeit darf gelacht werden. Nicht umsonst war es von je her eine schamanische Tradition, durch albernes und paradoxes Verhalten die Menschen zum Lachen zu bringen. (Ah, da fällt mir eine herrlich verrückte Geschichte von Rübezahl ein: er springt unvermittelt auf den Tisch einer sehr ernsten Familie und tanzt dort wild herum, just zu Weihnachten, und bringt sie alle damit zum Lachen.) Daraus ist übrigens der Narr, Berater und Spaßmacher des Königs, entstanden. Aber das ist eine andere Geschichte …

Wer das ganze Märchen lesen möchte, folgt diesem Pfad: Die goldene Gans

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21. Dezember – Brüderchen und Schwesterchen – Fürsorge

An dem königlichen Hofe war ihr alle Ehre zuteil, schöne Jungfrauen mußten sie bedienen, doch war sie selber schöner, als alle anderen. Das Rehkälbchen ließ sie niemals von ihrer Seite und tat ihm alles Gute.

Fürsorge: Eine der grundsätzlichen Aussagen dieses Märchens ist das fürsorgliche Handeln der Heldin. Ob im Versuch, ihren Bruder vor der Verwandlung zu bewahren, in seiner Betreuung nach der Verwandlung oder später in den Nächten nach ihrem eigenen Tod, als sie nach ihrem Kind schaut. Dass diese Haltung das Schwesterchen auch schwer belastet und fast bis zur Vernichtung bringt, soll für heute nicht betrachtet werden. Denn an allererster Stelle wurde am königlichen Hofe IHR alle Ehre zuteil. Und darum geht es.

Wintersonnenwende. Einer der wichtigsten vorchristlichen Feiertage, weil entsprechend dem natürlichen Zyklus das gefeiert wurde, was die Menschen sahen und beobachten konnten. Die dunkelste Zeit ist vorbei, das Licht kehrt zurück. Und genau jetzt ist Fürsorglichkeit so wichtig, für andere, aber auch für uns selbst. Es wird noch eine Weile dunkel bleiben, auch die Kälte wird zunehmen. Und so kurz vor den Feiertagen macht sich einfach auch eine Erschöpfung breit, die gehört und gesehen werden möchte. Sei heute ganz besonders fürsorglich zu dir selbst, tue dir Gutes und genieße, dass die Sonne ihren Wendepunkt überschreitet und das Licht auch für dich wieder zurückkehrt.

Hier geht es zum ganzen Märchen: Brüderchen und Schwesterchen

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19. Dezember – Die Bremer Stadtmusikanten – Mut

„Ei was, Rotschopf“, sprach der Esel (zum Hahn). „Zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen. Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“

Mut: Bewundernswert, wie diese Tiere einfach ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Sie wandeln es vom Opferdasein ins Schöpferdasein. Für die Menschen, denen sie bisher dienten, sind sie zu alt und darum zu nichts zu gebrauchen. Aber das stimmt nicht, die Tiere sind lebendig und so lange sie das sind, haben sie auch einen Platz unter den Lebenden.

Mut ist der kleine Bruder der Entschlossenheit. Und wenn wir schon entschlossen sind, brauchen wir diesen kleinen Bruder, um unseren Weg zu gehen. Vielleicht klopft uns das Herz bis zum Halse , tausend Zweifel rütteln an uns und der Magen dreht sich um. Ohne Angst kein Mut. Niemand ist ohne die Erfahrung der Furcht mutig. Es ist nur ein Schritt über eine Schwelle. Aber dann öffnen sich ungeahnte Weiten.

Hier geht es zum ganzen Märchen: Die Bremer Stadtmusikanten

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18. Dezember – Das tapfere Schneiderlein – Entschlossenheit

Der Schneider band sich den Gürtel um den Leib und wollte in die Welt hinaus, weil er meinte, die Werkstätte sei zu klein für seine Tapferkeit.

Entschlossenheit: Aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund – die erschlagenen Fliegen scheinen doch wirklich zu lächerlich dafür – ist für den Schneider die Zeit gekommen, sein Leben zu ändern. Vielleicht war der Kampf mit den  Mus-Fliegen nur noch das letzte I-Tüpfelchen und er hatte sich schon lange in seiner einsamen Schneiderwerkstatt überlegt, fortzuziehen. Jetzt ist es also soweit. Auf geht’s!

Entschlossenheit erfordert Mut und Energie und scheint heutzutage eine seltene Eigenschaft geworden zu sein. Alles laufen lassen, wie es ist, mutet oft bequemer und sinnvoller an. Leider wird dabei leicht übersehen, dass das Leben Bewegung IST. Je mehr wir uns weigern, den Bewegungen des Lebens zu folgen, um so heftiger wird der Sturm, der über uns kommt, damit wir uns endlich bewegen. Entschlossen zu sein bedeutet auch, zu vertrauen. Und am besten, wir vertrauen optimistisch auf einen glücklichen Ausgang der Geschichte. Auch wenn es – wie beim Schneiderlein – ungewöhnliche Taten erfordert. Entschlossenheit paßt vielleicht auf den ersten Blick nicht so ganz in das Bedürfnis nach Ruhe und Gemütlichkeit im Advent. Aber möglicherweise erfordert gerade dieses Bedürfnis entschlossenes Handeln: vielleicht eine Einladung auszusprechen; sich entschieden zurückzuziehen; ein klares „Nein“ zur richtigen Zeit an die richtige Person; auf bestimmte Geschenke zu verzichten, auch wenn man weiß, dass sie erwartet werden …

Hier geht es zum ganzen Märchen: Das tapfere Schneiderlein

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17. Dezember – Schneeweißchen und Rosenrot – Schutz

Die Mutter aber sagte ihnen, das müßte der Engel gewesen sein, der gute Kinder bewache.

Schutz: Für mich ist eine der stärksten Aussagen in diesem Märchen, dass die beiden Schwestern, ganz gleich, was ihnen begegnet, beschützt sind. Nichts kann ihnen etwas anhaben, nicht mal der übel gesinnte Zwerg, wie wir aus der weiteren Geschichte wissen. Dieses Zitat steht noch am Anfang des Abenteuers. Die Grimm’s mußten diese Aussage natürlich moralisieren und meinten, nur gute Kinder hätten Schutz verdient. Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Jeder Mensch hat Schutz verdient.

Vielleicht ist die Adventszeit so sehr mit Märchen verbunden, weil wir uns gerade jetzt nach Geborgenheit, Wärme und Schutz sehnen. Dieses tiefe, innere Sehnen – manchmal vielleicht leise wie kleines Glöckchen – hat nichts mit dem Kaminfeuer oder der warmen Heizung zu tun, dem voll gedeckten Tisch oder den überbordenden Glitzer-Geschenken. Der Mensch braucht für seine Entwicklung etwas Höheres, einen „Überbau“, wie Prof. Gerald Hüther sagt. Wir brauchen das Nicht-Irdische, um zu wachsen – aber auch, um uns beschützt und geborgen zu fühlen. In der Adventszeit kommt uns dieses Nicht-Irdische besonders nah. Es ist spürbar hinter all dem Rauschen und Glitzern. Und es beschützt uns.

Folge diesem Link, wenn Du das ganze Märchen lesen möchtest: Schneeweißchen und Rosenrot.

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16. Dezember – Der gestiefelte Kater – Unternehmungslust

„Laß mir nur ein paar Stiefel machen, daß ich ausgehen kann und mich unter den Leuten sehen lassen, dann soll dir bald geholfen sein.“

Unternehmungslust: Der Kater hat sich als Zaubertier zu erkennen gegeben und ist voller Tatendrang. Er will dem Müllerburschen Glück bringen und weiß genau, dass es dafür eines schwungvollen Aufbruchs bedarf.

In der Vorweihnachtszeit gibt es so viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen: Weihnachtsshows und Adventsgeschichten, lichtverzauberte Straßen und berührende Gespräche. Es muß nicht immer der überfüllte Weihnachtsmarkt sein. Vielleicht bist Du müde und lustlos, weil so viel zu tun ist. Aber diese besonderen Erlebnisse gibt es nur in diesen paar Tagen. Also, schwing Dich auf und laß Dich überraschen – vielleicht läuft Dir ja sogar Dein Glück über den Weg.

Wenn Du das ganze Märchen lesen möchtest, geht es hier lang: Der gestiefelte Kater.

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15. Dezember – Tischlein deck dich – Reichtum

Er ließ sich fürstlich bewirten und wie die Rechnung kam, ging er in den Stall zu seinem Esel und sagte: „Bricklebrit!“, da hatte er mehr Dukaten, als er brauchen konnte.

Reichtum: Ach, was für ein herrliches Gefühl, so leicht zu Reichtum zu kommen. Natürlich hat der Held für den Goldesel drei Jahre gearbeitet, aber nun kann er aus dem Vollen schöpfen, hat sogar mehr, als er braucht. Dass er diesen Reichtum aus Naivität und Unachtsamkeit wieder verlieren wird, wissen wir ja nur, weil wir die Geschichte schon kennen.

Und auch heute möchte ich Dich einladen, einen Moment innezuhalten und Deinen Reichtum zu genießen. Das ist gar nicht zynisch gemeint, wir übersehen nur oft unseren täglichen Reichtum. Das Funkeln der Sterne in der kalten Nacht kann ebenso Reichtum sein, wie die Weihnachtsplätzchen. Reichtum ist, wenn unser Herz überquillt vor Freude.

Hier kannst Du das ganze Märchen lesen: Tischlein deck dich

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14. Dezember – Rotkäppchen – Rettung

Wie er ein paar Schnitte getan hatte, da sah er das rote Käppchen leuchten, und noch ein paar Schnitte, da sprang das Mädchen heraus (…).

Rettung: Was für eine Erleichterung! Es schien schon alles verloren, Rotkäppchen und die Großmutter gefressen und für immer verschwunden. Die Rettung ist deswegen so herrlich, weil sie so vollkommen unerwartet kommt. Es ist eben ein märchenhaftes Wunder.

Advent und Weihnachten – da trauen wir dem Leben am ehesten Wunder zu. So eine Rettung ist ein Wunder, eine überraschende Wende zum Guten. Und vielleicht wünschen wir sie uns ganz besonders jetzt, weil diese Zeit so verzaubert ist mit ihren Lichtern und Düften, der Vorfreude und den außergewöhnlichen Begegnungen. Dieses wunderbare Gefühl der Rettung – es ist möglich und jede/r hat es verdient.

Hier geht es zum ganzen Märchen: Rotkäppchen

 

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